Süddeutsche Zeitung

Qualifying der Formel 1:Lance Stroll überraschend auf der Pole

Beim Qualifying in der Türkei landet Lewis Hamilton im Regen nur auf Rang sechs. Die Basketballer des FC Bayern überrollen auch das Topteam Valencia.

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Formel 1, Türkei: Einen Tag vor seiner möglichen Krönung zum Rekordweltmeister stand Lewis Hamilton wie die gesamte Formel 1 erst mal im Regen. Und im Schatten. Von Lance Stroll nämlich, der 22-Jährige im Racing Point raste am Samstag auf nasser, rutschiger Strecke zur Pole Position beim Großen Preis der Türkei. Und setzte für Sebastian Vettels künftiges Team ein echtes Ausrufezeichen.

Bei schwierigsten Bedingungen funktionierte Hamiltons sonst so überlegener Mercedes nicht besonders gut, für den Engländer reichte es nur zu Startplatz sechs - seine Chancen, sich schon am Sonntag (11.10 Uhr/RTL und Sky) vorzeitig den siebten WM-Titel zu sichern und mit Michael Schumacher gleichzuziehen, sind dennoch bestens.

Denn Teamkollege Valtteri Bottas steht nur auf Rang neun. Nur der Finne kann Hamilton theoretisch noch abfangen, damit das auch nach dem Rennen noch gilt, müsste Bottas mindestens acht WM-Punkte mehr holen als Hamilton. Mit dem Kampf um die Pole hatten die Silberpfeile bei außergewöhnlichen Bedingungen nichts zu tun. Max Verstappen im Red Bull schien lange Zeit am stärksten, wurde am Ende aber abgefangen. "Mir fehlen die Worte, so etwas konnte man nicht erwarten", sagte Stroll. Das starke Ergebnis für Racing Point machte Sergio Perez als Dritter perfekt, der Mexikaner muss nach der Saison für Vettel weichen. Das Team heißt ab 2021 Aston Martin.

Im schwachen Ferrari fuhren Vettel und sein Teamkollege Charles Leclerc nur auf die Plätze 12 und 14. "Wir sind viel rumgerutscht, wir haben einfach keine Temperatur in die Reifen bekommen", sagte Vettel.

Basketball, Euroleague: Die Bayern haben ihren sechsten Sieg im achten Spiel gefeiert und dadurch den zweiten Tabellenplatz erobert. Das Team von Trainer Andrea Trinchieri gewann am Freitag das Topspiel gegen den bisherigen Vierten Valencia Basket mit 90:79 (37:39). Mit 22 Punkten war Vladimir Lucic bester Werfer bei den Gastgebern. Außerdem trafen im Audi Dome Paul Zipser (20), Jajuan Johnson (17) und Malcolm Thomas (11) jeweils zweistellig. Für die Gäste, die durch die Niederlage auf den sechsten Platz abrutschten, kam Klemen Prepelic auf 18 Punkte. Unter den Augen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß drehten die Gastgeber im dritten und vor allem dem vierten Viertel den Pausenrückstand in einen am Ende komfortablen Vorsprung. Nach dem Kraftakt, der sich insbesondere im 28:19-Endspurt im Schlussviertel zeigte, ist der Ex-Meister bereits am Sonntag in der Bundesliga bei den Fraport Skyliners in Frankfurt gefordert, ehe dann am Dienstag das nächste Euroleague-Spiel bei Efes Istanbul ansteht.

Rugby, Test: Die argentinische Rugby-Nationalmannschaft hat mit einem sensationellen Testspielsieg gegen Neuseeland Geschichte geschrieben. Die Südamerikaner setzten sich im australischen Sydney gegen die legendären All Blacks mit 25:15 durch und feierten ihren ersten Sieg überhaupt gegen die Rugby-Großmacht. Nicolas Sanchez erzielte alle Punkte für die Südamerikaner, die bei der WM 2019 in Japan in der Gruppenphase ausgeschieden waren. Es war Argentiniens erster Test seit der WM, aufgrund der Coronakrise konnten die Pumas seither kein Spiel bestreiten. Neuseeland kassierte unterdessen erstmals seit 2011 zwei Niederlagen nacheinander. Bereits in der vergangenen Woche hatte der dreimalige Weltmeister 22:24 gegen Australien verloren.

Fußball, WM-Quali: Roberto Firmino für Brasilien, Arturo Vidal für Chile, Edinson Cavani und Luis Suarez für Uruguay: Zwei Ex-Stars aus der Fußball-Bundesliga und das übliche Angriffsduo der Urus sorgten am Freitag in der südamerikanischen WM-Qualifikation für klare Verhältnisse. Doch nur Brasilien hat in den Eliminatorias nach drei Spieltagen noch eine reine Weste auf dem Weg nach Katar 2022. Dabei lief sich die ohne den verletzten Superstar Neymar uninspiriert wirkende Selecao beim 1:0 (0:0) lange Zeit in Venezuelas Abwehrbollwerk fest, ehe der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino in der 67. Minute aus kurzer Distanz nur noch den Ball einzuschieben brauchte.

Den Brasilianern, die neben Neymar noch weitere sechs Spieler - drei wegen Verletzung, drei wegen positiver Coronatests - ersetzen mussten, wurden zudem zwei Treffer nach Videobeweis aberkannt. Uruguay triumphierte dank Routine 3:0 (1:0) in Kolumbien, setzte durch Edinson Cavani (5.), Luis Suarez (54./Foulelfmeter) und Darwin Nunez (73.) die entscheidenden Nadelstiche, während die vom unauffällig agierenden Ex-Münchner James Rodriguez angeführten Hausherren aus mehr als 60 Prozent Ballbesitz nichts Zählbares machten und kurz vor Schluss gar Innenverteidiger Yerry Mina nach Roter Karte verloren. Chile, das die letzte WM in Russland verpasst hatte, meldete sich dank des Ex-Münchners Arturo Vidal mit dem ersten Sieg im Rennen um die vier Direkttickets zurück. Der Mittelfeldspieler von Inter Mailand, der auch schon das Trikot von Bayer Leverkusen trug, entschied das 2:0 (0:0) gegen die noch sieglosen Peruaner mit einem Traumschuss in den Winkel (20.) und nach einem Abstauber (35.) aus kurzer Distanz. Am Dienstag geht es mit dem Klassiker Brasilien (9 Punkte) gegen Uruguay (6) weiter. Der Tabellenzweite Argentinien (7) muss nach Peru (1), der Überraschungsdritte Ecuador (6) empfängt Kolumbien (4). Venezuela gegen Chile (4) und Bolivien in Paraguay (5) kämpfen um ihre ersten Punktgewinne.

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