Süddeutsche Zeitung

Leichtathletik:Glückssucher auf der Straße

Mit einem neuen Straßenlauf-Format kämpft die Leichtathletik gegen den Bedeutungsverlust an.

Kulinarisch begabte Menschen würden vermutlich bezeugen, dass ein Rezept vor allem dann gelingt, wenn die Küche es nicht mit den Gewürzen und Geschmäckern übertreibt. In der Leichtathletik probiert Weltverbandspräsident Sebastian Coe gerade jedenfalls das Gegenteil, um gegen den Bedeutungsverlust anzukämpfen. Im kommenden Jahr stehen wieder Olympische Spiele und Europameisterschaften auf dem Menüplan, dazu eine Art Staffel-WM, gefolgt von den Weltmeisterschaften 2025 und im Jahr darauf wohl erstmals einer Art Mini-WM mit den Besten aus jeder Stadiondisziplin, weil der Kalender 2026 unerhörterweise weder Olympia noch reguläre Welt-Titelkämpe hergibt.

Eine weitere neue Schöpfung präsentierte Coe nun in Riga: eine Straßenlauf-WM, die Rennen über die Meile, fünf Kilometer und im Halbmarathon verschmelzen ließ. Tatsächlich generierte die Veranstaltung etwas Nachrichtenwert, als die Kenianerin Faith Kipyegon, auf der Bahn die unangefochtene Herrscherin über die Mittelstrecke, auf der Meile der Äthiopierin Diribe Welteji (4:20,98 Minuten) unterlag. Weniger Wettkampflast ist manchmal wohl selbst für Weltrekordhalterinnen wie Kipyegon mehr.

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