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Kritik an Brasiliens Coach Scolari:"In Usbekistan trainieren"

"Widerlich, überheblich, lächerlich": Das Lager von Brasiliens verletztem Neymar findet verletzende Worte für Nationalcoach Scolari. Der lässt seine eigene Zukunft offen. Noch.

Mit harscher Kritik und beißender Ironie ist Neymars Berater nach dem Debakel im WM-Halbfinale gegen Deutschland (1:7) auf Brasiliens Fußball-Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari losgegangen. Wagner Ribeiro beschimpfte den 65-Jährigen bei Twitter als "alt, dumm, arrogant, widerlich, überheblich und lächerlich".

Ribeiro listete weitere fünf "Eigenschaften" Scolaris auf, die ein Seleção-Trainer anscheinend bräuchte. Punkt 1: Portugal trainieren und nichts gewinnen. Punkt 2: Zu Chelsea gehen und entlassen zu werden. Punkt 3: In Usbekistan trainieren.

Die Punkte 4 und 5 kritisieren "Felipãos" letzte Klubarbeit bei Palmeiras São Paulo. Scolari habe den Verein nach seiner Rückkehr nach Brasilien Richtung zweite Liga geführt. 56 Tage vor Abschluss der Meisterschaft habe er um seine Entlassung gebeten, um dem Abstieg zu entkommen.

Scolari selbst hat indes offengelassen, ob er die Seleção weiter trainieren wird. "Dieses Thema werden wir nicht bis zum Spiel am Samstag besprechen", sagte der 65-Jährige. Nach dem verpassten Finale sei das Spiel um Platz drei am Samstag nun das neue Ziel.

Die Trainer-Kommission werde der Verbandsführung nach dem Turnier einen ausführlichen Bericht vorlegen. "Die Entscheidung liegt dann in der Hand des Präsidenten", erklärte der Weltmeister-Coach von 2002, der diesmal bei der Titelmission kläglich gescheitert war.

Man dürfe jetzt aber nicht alles schlechtreden, schließlich sei man erstmals seit 2002 wieder in ein WM-Halbfinale vorgedrungen. "Wir hatten natürlich nicht so eine hohe Niederlage auf der Rechnung, ein katastrophales Ergebnis", sagte Scolari.

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