Süddeutsche Zeitung

Formel 1: GP in Sepang:Vettel gewinnt auch in Malaysia

Lesezeit: 3 min

Sebastian Vettel holt im zweiten Rennen der Saison in Sepang den zweiten Sieg. Dabei können ihn auch technische Probleme nicht aufhalten. Ein weiterer Deutscher kann sich über einen Podestplatz freuen, während Schumacher das nächste Fiasko erlebt.

Cool und taktisch clever: Weltmeister Sebastian Vettel fährt im zweiten Rennen der Saison in Sepang zum zweiten Sieg. Für eine kleine Sensation sorgt Nick Heidfeld, der Dritter wird. Red-Bull-Pilot Vettel behauptete beim Großen Preis von Malaysia seine Pole Position und wies die abermals chancenlose Konkurrenz trotz fehlender Zusatz-PS in die Schranken. "Ein fantastischer Job. In der Hitze haben wir kühlen Kopf bewahrt, es ist eine Freude. Yeah", rief Vettel seiner Crew via Boxenfunk zu.

Auf Rang drei hinter Vettel und Ex-Weltmeister Jenson Button raste überraschend Heidfeld: Für den Lotus-Renault-Mann war es der erste Podestplatz seit 2009 an selber Stelle.

Die beiden Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg erlebten dagegen das nächste Fiasko: Rekordchampion Schumacher kam nur auf Platz neun, Rosberg wurde gar nur Zwölfter hinter Adrian Sutil im Force India. Timo Glock landete im Marussia Virgin auf dem 16. Rang.

Die beiden Fahrer des Rennens, bei dem das befürchtete Regenchaos ausblieb, waren aber Vettel und Heidfeld. Eine Woche vor dem Großen Preis von China liegt Vettel mit der Optimalausbeute von 50 Zählern nun klar an der Spitze der WM-Wertung. Beide legten einen Traumstart in den zweiten Saisonlauf hin, vor allem aber Heidfeld bewies seine Qualitäten. Der Mönchengladbacher, der nur durch den Rallye-Unfall von Robert Kubica noch ein Renncockpit bekommen konnte, überholte gleich drei Ex-Weltmeister.

Frech und forsch raste "Quick Nick" dabei sogar in der ersten Kurve außen am Qualifikationszweiten Lewis Hamilton vorbei, und das von Startplatz sechs aus. Nur an Vettel kam Heidfeld nicht ran. Der Heppenheimer verteidigte die 17. Pole seiner Karriere ebenso souverän wie vor zwei Wochen bei seinem Auftaktsieg in Australien. Kumpel Schumacher konnte in den ersten Runden im Mercedes drei Plätze gut machen und reihte sich zunächst als Achter ein, Teamkollege Rosberg hingegen wurde vom 9. Startplatz auf 13 zurückgereicht. Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber rutschte vom dritten auf den neunten Rang.

Kaum hatte sich das Zittern nach dem aufregenden Start gelegt, da machte die bange Frage die Runde: Wann kommt der erste Regen? "Sinnvoll wird's sein, die Augen immer mal wieder nach oben wandern zu lassen", hatte Vettel unmittelbar vor dem 2. von derzeit 19 geplanten Saisonrennen gesagt. Sein Renningenieur informierte den Heppenheimer in der 5. Runde. "Ein paar Tropfen, aber kein Regen in der nächsten halben Stunde", funkte er. Auf der noch trockenen Strecke vergrößerte Vettel stetig seinen Vorsprung auf Heidfeld, der sich wiederum den Attacken von Hamilton erwehren musste. Der Brite kam dann allerdings in der 13. Runde zum Reifenwechsel in die Box und reihte sich auf Platz zehn wieder ein.

Aber dann: "Benutze dein KERS nicht"!

Einen Umlauf später herrschte dann Hochbetrieb in der Boxengasse: Vettel, Heidfeld, Button und Massa ließen neue Walzen aufziehen. Allesamt für trockene Verhältnisse - wenngleich die Wolken am Himmel über Sepang immer dunkler wurden. "Sebastian, wir bleiben bei Plan B", bekam Vettel etwas kryptisch via Boxenfunk mitgeteilt. Der Vorsprung des 23-Jährigen schmolz dann allerdings. Nachdem Heidfeld nach den ersten Boxenstopps auf Rang fünf zurückgefallen war, läutete Button nach nicht einmal der ersten Rennhälfte die zweite Runde an der Box ein. Vettel kam im 26. Umlauf herein und steckte dann hinter Ferrari-Fahrer Felipe Massa fest - wenn auch nur eine Runde.

Aber dann: "Benutze dein KERS nicht", bekam Vettel die klare Anweisung, die zusätzlichen 82 PS (6,7 Sekunden lang pro Runde) nicht mehr einzusetzen. Doch die beiden McLaren kamen immer näher, ungläubig fragte Vettel noch einmal nach. Die Antwort: "Benutze KERS gar nicht mehr."

Selbst die technischen Probleme konnten den Hessen aber nicht aufhalten. Dahinter aber wurde es noch mal richtig spannend. Heidfeld schob sich immer weiter nach vorn und wie schon am Start erneut an Hamilton vorbei. In der letzten Runden hing dem Mönchengladbacher dann Vettel-Kollege Webber im Nacken, doch der Rheinländer verteidigte tapfer seine Position.

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