Süddeutsche Zeitung

FC Augsburg:Netterweise bei Olympia ausgeschieden

Dem FC Augsburg gehen zum Ende der Vorbereitung die Innenverteidiger aus. Der eine streikt, der andere ist verletzt, der nächste angeschlagen. Die Rückkehr von Felix Uduokhai ist dringend nötig.

Von Sebastian Fischer

Das frühe Aus der deutschen Mannschaft beim olympischen Fußballturnier haben sie beim FC Augsburg mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen. Natürlich waren sie enttäuscht, stellvertretend für ihre zwei nach Tokio entsandten Teilnehmer Felix Uduokhai und Marco Richter. Vielleicht hatten sie auch zumindest ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wie es sich für Bundesligisten gehörte: Es war ja der Unwillen diverser Erstligisten, ihre Spieler freizustellen, der den Kader von Trainer Stefan Kuntz arg dezimiert daherkommen ließ. Und obwohl zwei Augsburger mitspielten, waren das dem Wunsch von Kuntz gemäß noch zu wenige. Niklas Dorsch, Augsburgs Königstransfer als Zugang fürs defensive Mittelfeld, hatte seiner Nominierung zum Trotz kurzfristig zugunsten seines Klubs auf die Reise verzichtet.

Ohne das zu deutlich zu zeigen, haben sie sich beim FCA allerdings auch ein wenig gefreut, dass für Deutschland nach dem 1:1 gegen die Elfenbeinküste am Mittwoch schon nach drei Spielen Schluss war. "Ich hätte ihnen ein Weiterkommen gewünscht", sagte Markus Weinzierl dem Kicker über Richter und Uduokhai. "Aber als Trainer bin ich froh um diese Optionen." Denn es ist ja so: Nur mit Innenverteidiger Uduokhai, 23, hat Augsburg gerade eine konkurrenzfähige Abwehr.

Die Vorbereitung auf die elfte Bundesligaspielzeit der Vereinsgeschichte ist aus Augsburger Sicht eine mit Höhen und Tiefen: Zu den Höhen gehörte neben der Verpflichtung des begehrten U21-Europameisters Dorsch die Vertragsverlängerung mit dem Schweizer Ruben Vargas. Überhaupt ist die Aufbruchstimmung nach der Rückkehr des einstigen Erfolgscoachs Weinzierl im Abstiegskampf der vergangenen Saison groß. Zuletzt überwogen allerdings die Tiefen.

Da ist zunächst die Posse um Kevin Danso, nicht die erste dieser Art in Augsburg: Er ist weiterhin krankgeschrieben, so heißt es, und bleibt der Arbeit fern, seit er das Trainingslager in Tirol verließ. Das Feilschen um den von ihm gewünschten Transfer ist noch nicht vorbei. Nur als Spieler beim FCA dürfte er eher nicht mehr eingeplant sein. Reece Oxford, der nächste mögliche Innenverteidiger, soll nach einer Meniskus-OP später im August wieder fit sein. Mittelfeldspieler Tobias Strobl, der als Aushilfe eingeplant war, verletzte sich am Dienstag am Sprunggelenk. Zu der Reihe an Ausfällen passt auch, dass Flügelspieler Daniel Caligiuri positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

In der Innenverteidigung blieb nun im letzten Testspiel an diesem Samstag gegen Cagliari Calcio als einzige Option eine Bewährungschance für den jungen Frederik Winther, 20, auf der Position neben Kapitän Jeffrey Gouweleeuw. Und nach 22 Minuten spielte auch der nicht mehr: Weinzierl nahm Gouweleeuw zur Sicherheit vom Platz, weil ihn Oberschenkelprobleme plagten. Neben Winther spielte dann bis zum Ende Dominic Schmidt, 20, aus der zweiten Mannschaft.

Wenn es in einer Woche im DFB-Pokal beim Oberligisten Greifswald erstmals ernst wird, kann in der Abwehrmitte immerhin Uduokhai sicher wieder auflaufen. Und Augsburgs wertvollster Spieler soll in diesem Sommer auf jeden Fall bleiben, wenn es nach Weinzierl geht. "Wir brauchen ihn definitiv, er ist gesetzt und wichtig. Ein Abschied ist für mich kein Thema", sagte der Trainer.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5368379
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/lein/sewi
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.