Süddeutsche Zeitung

Champions League der Frauen:Wolfsburg verpasst Halbfinale

Gegen Chelsea erleben die Spielerinnen des VfL ein 0:3. Rudi Völler hört in Leverkusen auf. Schalke macht Knäbel zum Sportvorstand. Die Uefa verschiebt die Entscheidung zur Europapokal-Reform.

Meldungen im Überblick

Fußball, Frauen: Der VfL Wolfsburg hat den Einzug ins Halbfinale der Champions League klar verpasst. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea unterlag der zweimalige Titelträger und Vorjahresfinalist in Budapest 0:3 (0:2) und schied nach dem unglücklichen 1:2 in der Vorwoche aus. Wie im Hinspiel traf Ex-Wölfin Pernille Harder. Die dänische Angreiferin legte mit einem verwandelten Foulelfmeter (27.) den Grundstein zum erneuten Erfolg der abgeklärten Blues, zuvor hatte Nationalspielerin Sara Doorsoun im Strafraum Sam Kerr zu Fall gebracht. Die Star-Stürmerin aus Australien (32.) und Fran Kirby (81.) erhöhten für das Team um die deutschen Nationalspielerinnen Melanie Leupolz und Ann-Katrin Berger.

Gegner in der Vorschlussrunde Ende April könnte Bayern München sein. Der Bundesliga-Tabellenführer bestreitet am Donnerstag (19.00 Uhr/Sport1) sein Viertelfinal-Rückspiel beim schwedischen Rekordmeister FC Rosengard. Die Aussichten sind glänzend, das Hinspiel gewann der FC Bayern souverän mit 3:0. Der VfL muss den Frust schnell abschütteln. Am Ostersonntag (14.00 Uhr/ARD) steht mit dem Halbfinalkracher im DFB-Pokal gegen die Bayern gleich die nächste Titelchance auf dem Spiel.

Bundesliga, Bayer Leverkusen: Rudi Völler wird seinen 2022 auslaufenden Vertrag als Geschäftsführer von Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen nicht verlängern. "An Weihnachten habe ich das Thema mit meiner Frau Sabrina besprochen. Seitdem steht fest: 2022 ist für mich Schluss", sagte der 60-Jährige der Sportbild. Für Völler sei es "der richtige Zeitpunkt, weil der Verein grundsätzlich gut aufgestellt ist." Trotz der Ergebniskrise in der Bundesliga zuletzt. Völler selbst brauche nach den Jahren in der ersten Reihe "sicherlich erstmal ein bisschen Abstand", schloss aber nicht aus, dass er in einer anderen Funktion zu der Werkself zurückkehre.

Auf seine Zeit als Geschäftsführer blickt Völler kritisch zurück. Vor allem der fehlende Titel wurmt den ehemaligen Nationalspieler. Für Leverkusen sei es zu wenig gewesen "im DFB-Pokal nur zweimal das Finale erreicht und verloren zu haben - 2009 gegen Werder Bremen und 2020 gegen Bayern München." In der laufenden Saison steht für Leverkusen aufgrund der Ergebniskrise sogar die Teilnahme an der Europa League auf dem Spiel. Laut Völler hängt für Leverkusen vom europäischen Wettbewerb "sehr viel ab. Wenn wir das nicht schaffen sollten, ist es nicht garantiert, dass wir alle unsere Spieler behalten." Zudem könnte Bayer auch durch die dann fehlenden Einnahmen nicht die Spieler verpflichten, "die wir brauchen, um uns zu verbessern."

Bundesliga, Schalke 04: Peter Knäbel ist neuer Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Der 54-Jährige war seit einem Monat interimistisch Gesamtverantwortlicher Sport und wurde nun vom Aufsichtsrat in den Vorstand des Tabellenletzten berufen, wie der Revierclub am Mittwoch mitteilte. Knäbel tritt damit die Nachfolge des am 28. Februar beurlaubten Jochen Schneider an, dessen Aufgaben er zuletzt bereits übernommen hatte.

"Peter Knäbels Arbeit ist geprägt von strategischem Denken und einer klaren Handschrift. Wir haben großes Vertrauen, dass er den Umbau der Lizenzspielerabteilung erfolgreich leiten wird", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Buchta. Für 13.00 Uhr kündigte Schalke eine Pressekonferenz an. Knäbel arbeitete zuvor seit 2018 als Technischer Direktor Nachwuchs und Entwicklung auf Schalke. Zuvor hatte der Ex-Bundesligaprofi unter anderem als Direktor Profifußball für den Hamburger SV sowie als Technischer Direktor für den Schweizer Ex-Meister FC Basel und den Schweizerischen Fußballverband (SFV) gearbeitet.

Fußball, Uefa: Die Europäische Fußball-Union Uefa wird entgegen bisheriger Planungen erst in drei Wochen über die geplante Reform des Europapokals entscheiden. Das Thema werde bei der Sitzung des Exekutivkomitees am Mittwoch diskutiert, ein offizieller Beschluss werde aber erst bei einem weiteren Treffen des Gremiums am 19. April gefällt, teilte die uefa am Dienstag mit. Dabei geht es unter anderem darum, in welchem Format die Champions League ab 2024 gespielt wird.

Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dass 36 statt bislang 32 Teams teilnehmen sollen. Gespielt werden soll dann nicht mehr in acht Vorrundengruppen sondern in nur einer Liga, in der aber nicht Jeder gegen Jeden antritt. Die Zahl der Partien pro Saison würde deutlich ansteigen. Bei einer vorbereitenden Sitzung am Dienstag wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch Abstimmungsbedarf festgestellt. Einem Bericht des Internetportals The Athletic zufolge soll es einen Dissens über die Verteilung von Geldern aus der Vergabe kommerzieller Rechte gegeben haben.

Auf der Agenda für die Exekutiv-Sitzung am Mittwoch steht unter anderem auch ein Vorschlag, bei der EM in diesem Sommer und dem Finale der Nations League fünf Auswechslungen pro Team und Begegnung zu erlauben. Zudem soll die Frage der Zulassung von Zuschauern bei internationalen Spielen debattiert werden.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5252963
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/sid/dpa/ebc/tbr
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.