Süddeutsche Zeitung

Formel 1:Hamilton stichelt: "Rosberg ist kein Deutscher"

Das WM-Duell zwischen den beiden Mercedes-Fahrern spitzt sich zu, Boris Becker schwärmt von Novak Djokovic, Robert Lewandowski von seiner neuen Aufgabe beim FC Bayern. Cesare Prandelli erhält als Trainer in Istanbul einen Millionenvertrag.

Formel 1, Mercedes: Wenige Tage vor dem Großen Preis von Deutschland (20. Juli) hat Lewis Hamilton mit einer weiteren provokativen Äußerung für Zündstoff im Mercedes-Duell gesorgt. Der WM-Lauf in Hockenheim sei kein Heimrennen für Stallrivale Nico Rosberg, sagte Hamilton dem englischen Guardian: "Ehrlich gesagt war Nico nie in Deutschland, also ist er auch nicht wirklich ein Deutscher. Er ist deutsch-finnisch-monegassisch oder so etwas." Der 29-jährige Rosberg wurde in Wiesbaden geboren und wuchs in Monaco auf. Er ist der Sohn einer Deutschen und des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg. Der Mercedes-Pilot selbst bezeichnet sich, gefragt nach seinem nationalen Zugehörigkeitsgefühl, stets zweifelsfrei als Deutschen. Hamilton hatte am Sonntag sein Heimspiel im englischen Silverstone gewonnen und damit den Abstand auf WM-Spitzenreiter Rosberg auf nur noch vier Punkte (161:165) verkürzt. Im Laufe der Saison war der 29-Jährige bereits mehrfach mit zumindest streitbaren Äußerungen über Rosberg aufgefallen, der Teamkollege hält sich in dieser Beziehung zurück.

FC Bayern, Trainingsauftakt: Stürmer Robert Lewandowski brennt auf den Start bei seinem neuen Arbeitgeber Bayern München. "Ich komme voller Motivation und Ehrgeiz zum Training", sagte der 25 Jahre alte Zugang von Borussia Dortmund der Sport Bild vor dem Trainingsauftakt des Rekordmeisters am Mittwoch: "Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe und habe schon ein paar Trainingseinheiten im Urlaub absolviert." Seine Ziele hat der polnische Nationalspieler hoch gesteckt. "Es zählen nur Titel, das weiß ich. Von daher wird es kein anderes Ziel als die Titel geben. So viele es geht. Ich bin hungrig", sagte er. Der deutsche Meister und Pokalsieger nimmt als letzter Bundesligist die Vorbereitung für die neue Saison auf. Lewandowski kommt ablösefrei vom BVB nach München, wo er einen Vertrag bis 2019 erhielt.

Tennis, Novak Djokovic: Boris Becker hat seinen Schützling Novak Djokovic nach dessen Triumph in Wimbledon geadelt. "Meinen letzten Turniersieg als Spieler in Wimbledon feierte ich 1989. Meinen ersten Wimbledon-Triumph als Headcoach im Trainerteam von Novak Djokovic am vergangenen Sonntag. In diesen 25 Jahren hat sich im Tennis viel verändert. Ich denke: Wenn Spieler wie Novak oder sein Finalgegner Roger Federer ihr Top-Niveau abrufen, dann sind sie besser, als ich oder die Größen meiner Zeit wie John McEnroe oder Ivan Lendl es waren. Das hat das Finale zwischen Novak und Roger gezeigt", schrieb Becker in seiner Sport-Bild-Kolumne.

Djokovic hatte am Sonntag zum zweiten Mal nach 2011 in Wimbledon gewonnen. Der 27 Jahre alte Serbe triumphierte damit erstmals an der Seite seines Trainers Boris Becker bei einem Grand Slam. Seit Jahresbeginn arbeitet er mit dem dreimaligen Wimbledonsieger zusammen. Djokovic eroberte mit dem Sieg die Führung in der Weltrangliste zurück, die er Ende September 2013 an den Spanier Rafael Nadal abgegeben hatte. Zudem qualifizierte er sich als erster für das Saisonfinale der acht weltbesten Spieler im November in London.

Fußball, Türkei: Der ehemalige italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli hat bei Galatasaray Istanbul einen Millionen-Vertrag für zwei Jahre unterschrieben. Wie der 19-malige türkische Fußball-Meister auf seiner Homepage bekannt gab, erhält der Italiener pro Saison 2,295 Millionen Euro. Im Falle einer Meisterschaft bekommt der 56-Jährige zudem eine Prämie in Höhe von einer Million Dollar (ca. 735.000 Euro), beim Champions-League-Titel sogar zwei Millionen Dollar (ca. 1,47 Millionen Euro). Prandelli war nach dem Vorrunden-Aus der Squadra Azzurra in Brasilien zurückgetreten. Wenige Tage später erhielt er ein Angebot vom türkischen Topklub Galatasaray, der Vorgänger Roberto Mancini 3,5 Millionen Euro pro Saison plus Boni gezahlt hatte. Da Lokalrivale Fenerbahce wegen eines Manipulationsskandals gesperrt wurde, ist Galatasaray in der kommenden Saison automatisch in der Champions League dabei.

Leichtathletik, Sprint: Der ehemalige Sprintweltmeister Tyson Gay hat nach einer einjährigen Dopingsperre sein erstes Rennen gewonnen. Der Amerikaner setzte sich am Montag in Paris-Montreuil über die 100 Meter in 10,04 Sekunden durch. Der 31-Jährige gewann bei Regen vor Richard Thompson aus Trinidad und Tobago, der 10,16 Minuten benötigte. Gay war vor gut einem Jahr als Dopingsünder entlarvt worden. Dem zweitschnellsten Mann der Leichtathletik-Geschichte (9,69 Sekunden über 100 Meter) war bei einer Trainingskontrolle ein anaboles Steroid nachgewiesen worden. Beim Comeback nach der Sperre war Gay in der vergangen Woche beim Diamond League-Meeting in Lausanne in 9,93 Sekunden Zweiter hinter seinem Landsmann Justin Gatlin geworden.

Fußball, Bayer Leverkusen: Fußballprofi Hakan Calhanoglu hat am Montag bei seinem neuen Club Bayer Leverkusen das erste Training absolviert. Zuvor hatte der 20-Jährige Grünes Licht aus der medizinischen Abteilung bekommen. Wie der Club auf dpa-Anfrage bestätigte, sei der für etwa 14 Millionen Euro verpflichtete Profi vom Arzt wieder gesund geschrieben worden. Der Transfer Calhanoglus vom Hamburger SV zu Bayer war erst am vergangenen Freitag über die Bühne gegangen. Der Mittelfeldspieler war am 18. Juni kurz vor dem Trainingsauftakt beim HSV nach massiven Anfeindungen in den sozialen Netzwerken für vier Wochen krankgeschrieben worden.

Fußball, AS Rom: Der italienische Fußball-Erstligist AS Rom hat den ehemaligen englischen Nationalspieler Ashley Cole verpflichtet. Der 33 Jahre alte Linksverteidiger unterschrieb am Montag in der italienischen Hauptstadt einen Vertrag bis 2016 mit einer einseitigen Option für ein weiteres Jahr. Das teilte der Klub am Abend mit. Ashley Coles Vertrag beim FC Chelsea war ausgelaufen, die Londoner waren an einer Verlängerung des Engagements nicht interessiert. Für die WM in Brasilien war Cole von Teammanager Roy Hodgson nicht berücksichtigt worden.

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