Süddeutsche Zeitung

Basketball-EM: Zwischenrunde:Machtlos gegen Mazedonien

Die Chancen der deutschen Basketballer auf das Viertelfinale sind nach der 75:86-Pleite gegen Mazedonien stark gesunken. Nur bei einem Sieg gegen Kroatien am Dienstag besteht noch Hoffnung.

Herber Rückschlag für die deutschen Basketballer: Bei der EM in Polen erlebte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann am Sonntag ein 75:86 (36:36)-Debakel gegen Mazedonien und braucht nun am Dienstag (21.00 Uhr/DSF) im Spiel gegen Kroatien unbedingt einen Sieg, um doch noch Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale zu haben. Gegen die bis dato in der Zwischenrunde noch sieglosen Mazedonier enttäuschte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) erstmals im Turnier auf ganzer Linie und zeigte nichts von jenem jugendlichen Elan, der sie zuvor ausgezeichnet hatte.

Mit nur einem Sieg aus vier Spielen sind die Chancen auf ein Weiterkommen nun deutlich gesunken. Mazedonien und Deutschland haben je fünf Punkte auf dem Konto. Auch Russland und Kroatien, die am Abend noch gegen die bereits qualifizierten Teams von Griechenland und Frankreich spielen, könnten vor dem letzten Gruppen-Spieltag am Dienstag die gleiche Bilanz aufweisen - das Weiterkommen würde für die Deutschen wie schon nach der Hinrunde zum komplizierten Rechenspiel.

Starker Staiger nicht genug

Vor nur 1500 Zuschauern in der Sports Arena Luczniczka zeigten die deutschen Korbjäger eine ganz schwache Vorstellung. Gegen die vor allem aus der Distanz sehr erfolgreichen Mazedonier fand kaum ein Akteur zu seiner Normalform. Lucca Staiger war mit 14 Punkten bester Werfer bei den Deutschen, für die es im fünften Vergleich mit den Mazedoniern die zweite Niederlage war. In der Vorbereitung hatte die DBB-Equipe gegen die Osteuropäer einmal gewonnen und einmal verloren. Bauermann hatte vor der Partie eine aggressive Verteidigung als Schlüssel zum Erfolg bezeichnet. "Wir müssen sie 40 Minuten lang unter Druck setzen." Doch seine Schützlinge konnten dies zu keiner Zeit umsetzen. Die deutsche Mannschaft agierte übernervös und leistete sich viele leichte Fehler. Die Mazedonier, bei denen der 35 Jahre alte Spielmacher Vrbica Stefanov bereits im ersten Viertel mit zehn Punkten glänzte, führten nach den ersten zehn Minuten 18:14.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts steigerten sich die deutschen Riesen ein wenig. Angetrieben vom 21-jährigen Lucca Staiger, der drei Dreier eiskalt verwandelte, kam die DBB-Auswahl heran und hatte bis zur Pause zum 36:36 ausgeglichen. Berauschend war die Leistung aber weiterhin nicht. Die bei der knappen 76:84-Niederlage gegen Griechenland noch so starken Heiko Schaffartzik und Robin Benzing konnten ihre Leistungen nicht wiederholen. Auch der Rest im ohne Dirk Nowitzki und Chris Kamen stark verjüngten Team wirkte angesichts der Tatsache, gegen die vermeintlich schwachen Mazedonier das Weiterkommen verspielen zu können, wie gelähmt.

Nach dem Seitenwechsel verloren die Bauermann-Schützlinge dann völlig den Faden. Gegen die ideenlose deutsche Mannschaft zog Mazedonien im dritten Viertel auf zwölf Punkte davon (62:50). Auch zahlreiche Auszeiten von Bauermann brachten die DBB-Auswahl nicht in die Spur. Im Schlussabschnitt wuchs der Abstand sogar noch an.

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