Afghanistan-Einsatz

Chronologie eines internationalen Versagens

Fast 20 Jahre lang waren internationale Truppen in Afghanistan. Sie wollten das Land zu einer Demokratie machen - und sind spektakulär gescheitert. Ein Rückblick auf den Einsatz und dessen unrühmliches Ende.

12. August 2022 - 11 Min. Lesezeit

Als am Flughafen von Kabul die US-amerikanische Maschine startet, laufen noch Hunderte Menschen hinter dem Flugzeug her, verzweifelt, in der Hoffnung, dass sie noch mitgenommen werden. Einige halten sich am Fahrwerk fest und fallen runter, als das Flugzeug abhebt.

Einen Tag später startet der erste Evakuierungsflug der Bundeswehr. An Bord sitzen sieben Menschen, während Hunderte Menschen auf dem Rollfeld stehen, Tausende vor den Toren des Flughafens.

Die Bilder vom Flughafen in Kabul, die Fotos der fast leeren Bundeswehrmaschine haben sich eingebrannt ins kollektive Gedächtnis. Sie stehen für den überstürzten und chaotischen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan. Viele fühlten sich sofort erinnert an die Bilder aus Saigon, 1975, als die US-Truppen aus Vietnam abzogen. Aber die Bilder aus Kabul stehen auch für fast 20 Jahre, in denen es der internationalen Gemeinschaft nicht gelungen ist, Afghanistan zu stabilisieren. In ihrem Buch über das Land schreibt die Journalistin Natalie Amiri: „Wenn du dich jemals nutzlos fühlst, dann erinnere dich daran, dass es 20 Jahre brauchte, Billionen von Dollar und vier US-Präsidenten, um die Taliban durch die Taliban zu ersetzen.“

Nach der Sommerpause wird sich im Parlament ein Untersuchungsausschuss mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan beschäftigen. Er soll aufarbeiten, was falsch gelaufen ist bei der Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung. Er nimmt die Zeit von 2020 an in den Blick, als der damalige US-Präsident Donald Trump in Katar den Taliban den Abzug der US-Truppen versprach. Was der Untersuchungsausschuss nicht aufarbeiten wird, sind die 20 Jahre, in denen die Bundeswehr in Afghanistan stationiert war. 20 Jahre, in denen viel passiert ist, die aber mit dem Wissen von heute fast umsonst erscheinen.

1996

Die Taliban erobern nach langen Jahren Bürgerkrieg Kabul und rufen das „Islamische Emirat Afghanistan“ mit strengen Scharia-Regeln aus. Das „Emirat“ wird lediglich von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt. Das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida genießt den Schutz der Taliban.

2001

11.9. Islamisten des Terrornetzwerks al-Qaida entführen vier Flugzeuge. Sie steuern zwei in das World Trade Center in New York und eines ins Pentagon in Washington. Mehr als 3000 Menschen sterben.

12.9. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sichert den USA die „uneingeschränkte Solidarität“ zu. Der UN-Sicherheitsrat stuft den Angriff als „Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“ ein.

4.10. Die Nato ruft erstmals den Bündnisfall nach Artikel 5 des Nato-Vertrages aus.

7.10. Das Ultimatum an die Taliban läuft aus. US-Präsident George W. Bush hatte die Taliban in Afghanistan aufgefordert, Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden auszuliefern. Erste Luftangriffe der US-Streitkräfte auf afghanisches Gebiet. Mit der Operation „Enduring Freedom“ beginnt der von Bush ausgerufene „Krieg gegen den Terror“.

Im Herbst/Winter wird das Regime gestürzt. Die Führung der Taliban flieht nach Pakistan.

27.11. Auf dem Petersberg bei Bonn findet die erste Afghanistan-Konferenz statt. Dort soll vereinbart werden, wie Afghanistan zu einer Demokratie werden kann.

22.12 Hamid Karsai wird von der Petersberger Konferenz als Chef der Übergangsregierung eingesetzt.

22.12. Der Bundestag stimmt mit großer Mehrheit einer Beteiligung der Bundeswehr an der Internationalen Schutztruppe Isaf (International Security Assistance Force) zu.

2002

Januar Erste deutsche Soldaten und afghanische Polizeikräfte gehen gemeinsam in Kabul auf Patrouille.

6.3. Beim Entschärfen einer Rakete sterben zwei deutsche und drei dänische Soldaten. Es sind die ersten Toten der Bundeswehr in Afghanistan.

4.12. „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt“, sagt der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD).

2003

29.5. Ein Geländewagen fährt auf eine Landmine, der erste deutsche Soldat stirbt durch Fremdeinwirkung.

7.6. Ein Selbstmordattentäter tötet bei dem Anschlag auf einen Konvoi mit einer Autobombe vier Bundeswehrsoldaten und verletzt 29 zum Teil schwer.

2004

9.10. Übergangspräsident Hamid Karsai gewinnt die erste Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans.

2005

Britische Soldaten bringen nach einem Selbstmordattentat in Kabul am 14. November 2002 einen verletzten Soldaten in Sicherheit.
Britische Soldaten bringen nach einem Selbstmordattentat in Kabul am 14. November 2002 einen verletzten Soldaten in Sicherheit.

18.9. Erstmals seit vier Jahrzehnten wird in Afghanistan ein Parlament gewählt. Damit hat der Petersberg-Prozess aus dem Jahr 2001 sein Zeil erreicht.

28.9. Der Bundestag weitet das Mandat auf bis zu 3000 Soldaten aus. Deutschland übernimmt die Verantwortung für den Wiederaufbau im gesamten Norden.

3.11. Masar-i-Scharif wird Isaf-Hauptquartier im Norden und das größte Feldlager außerhalb Deutschlands.

2006

31.1. In London wird der Afghanistan-Pakt beschlossen. Die afghanischen Behörden sollen beim Wiederaufbau und bei der Stabilisierung mehr Verantwortung übernehmen. Außerdem hilft die internationale Gemeinschaft mit mehr als zehn Milliarden Dollar. Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagt: Die Menschen in Afghanistan müssten spüren, dass sich der Frieden für sie lohne.

1.6. Die Bundeswehr übernimmt das Isaf-Kommando im Norden Afghanistans.

14.8. Die Nato beginnt in Kundus die Ausbildung und Beratung der im Aufbau befindlichen afghanischen Streitkräfte.

2007

8.3. Ein deutscher Mitarbeiter der Welthungerhilfe wird erschossen. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul verspricht, die Afghanistan-Hilfe fortzusetzen.

19.5. Bei einem Selbstmordanschlag in Kundus sterben drei Bundeswehrsoldaten.

2008

6.8. Ein Selbstmordattentäter attackiert einen Bundeswehrkonvoi. Ein Soldat stirbt später an den Folgen.

20.10. Selbstmordanschlag bei Kundus: Zwei Soldaten sterben.

2009

Ein afghanischer Polizist inspiziert einen ausgebrannten Tanklaster, der vorher von der Nato bombardiert wurde..
Ein afghanischer Polizist inspiziert einen ausgebrannten Tanklaster, der vorher von der Nato bombardiert wurde..

29. April Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg stirbt ein deutscher Soldat bei einem Feuergefecht.

4.9. Bei Kundus sterben einige Taliban und etwa 100 afghanische Zivilisten bei einem Luftangriff auf entführte Tanklaster. Den Befehl dazu hatte ein deutscher Kommandant gegeben. Der Vorfall löst eine heftige Kontroverse aus.

3.11. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) spricht erstmals von „kriegsähnlichen Zuständen“ in Afghanistan.

2010

2.4. Beim sogenannten Karfreitagsgefecht bei Kundus sterben drei deutsche Fallschirmjäger.

15.4. Vier deutsche Soldaten sterben bei Angriffen.

31.10. Gemeinsam mit afghanischen und US-Soldaten startet die erste von Deutschen geplante und geführte Offensive seit dem Zweiten Weltkrieg.

2011

Ein Einwohner Kabuls verfolgt die Nachrichten von Osama bin Ladens Tod in einem Elektronikgeschäft.
Ein Einwohner Kabuls verfolgt die Nachrichten von Osama bin Ladens Tod in einem Elektronikgeschäft.

18.2. Ein Soldat der Afghanischen Nationalarmee tötet drei deutsche Soldaten und verletzt sechs weitere teils schwer.

2.5. Ein US-Sonderkommando tötet Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad.

28.5. Eine Sprengladung tötet in Talokan zwei deutsche Soldaten.

2.6. Ein Soldat stirbt in Baghlan, nachdem ein deutscher Schützenpanzer auf eine Sprengfalle fährt.

5.12. In Bonn beschließt die Afghanistan-Konferenz, das Land auch dann noch zu unterstützen, wenn 2014 der Isaf-Einsatz endet.

2012

3.4. Die seit 2004 betriebene Bundeswehr-Außenstelle wird afghanischen Sicherheitskräften übergeben.

2013

Bundeswehrsoldaten ziehen aus dem Feldlager in Kundus ab, nachdem sie das Lager an die afghanische Armee übergeben haben.
Bundeswehrsoldaten ziehen aus dem Feldlager in Kundus ab, nachdem sie das Lager an die afghanische Armee übergeben haben.

4.5. Ein KSK-Soldat stirbt im Norden Afghanistans bei einem Angriff der Taliban.

6.10. Afghanische Soldaten übernehmen das Camp in Kundus, die Bundeswehr beendet dort ihre Dauerpräsenz.

2014

14.6. Begleitet von Gewalt und Betrugsvorwürfen gewinnt Aschraf Ghani die Präsidentschaftswahl.

November In ihrem Bericht zum Einsatz schreibt die Bundesregierung, es gebe "in Afghanistan ein in den Anfängen funktionierendes demokratisches Gemeinwesen, an dessen Zukunft seine Bürger mehrheitlich glauben und das von seinen Sicherheitskräften wirksam verteidigt wird“.

31.12. Nach 13 Jahren endet der Isaf-Einsatz und die Operation „Enduring Freedom“. Die afghanische Regierung übernimmt vollumfänglich die Sicherheitsverantwortung für das Land.

2015

1. Januar Die Nato beendet offiziell ihren Kampfeinsatz in Afghanistan. Beginn der Nato-Folgemission „Resolute Support“ mit deutlich verringerter Truppenstärke, die afghanische Streitkräfte ausbildet und berät.

2016

10.11. Terrorangriff auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif, sechs Menschen sterben, mehr als 100 werden verletzt. Deutsche Spezialkräfte retten die Mitarbeiter des Konsulats.

2017

20.1. Donald Trump wird als neuer US-Präsident in sein Amt eingeführt.

31.5. Bei einem Bombenanschlag im Diplomatenviertel in Kabul gegen die deutsche Botschaft werden mindestens 150 Menschen getötet, mehr als 400 werden verletzt, darunter auch Angehörige der deutschen Botschaft.

2018

22.3. Die Taliban sind wieder auf dem Vormarsch und übernehmen die Kontrolle in mehreren Provinzen..

2019

Viele afghanische Sicherheitskräfte und Zivilisten werden Opfer der fortdauernden Angriffe und Anschläge der Taliban.

2020

Ende November zieht die Bundeswehr alle verbleibenden Einsatzkräfte aus Kundus ab. (Archivbild aus dem Jahr 2014)
Ende November zieht die Bundeswehr alle verbleibenden Einsatzkräfte aus Kundus ab. (Archivbild aus dem Jahr 2014)

29.2. Vertreter der US-Regierung unter Präsident Trump treffen sich in Doha mit den Taliban, um über den schrittweisen Abzug der US-Armee zu sprechen. Später kündigt Trump an, von den rund 4500 Soldaten in Afghanistan 2500 abzuziehen.

Mit der Ankündigung Trumps ändert sich alles. Auch Amerikas Partner wissen nun, dass sie ihre Truppen aus Afghanistan werden abziehen müssen – ob sie wollen oder nicht. Die Verhandlungen in Doha sind der Anfang vom Ende des Afghanistan-Einsatzes. Und sie sind der Zeitpunkt, von dem an der Untersuchungsausschuss im Bundestag die Arbeit der Bundesregierung in den Blick nimmt.

26.11. Die Bundeswehr zieht alle noch verbliebenen deutschen Kräfte aus Kundus ab.

2021

24.2. Die schwarz-rote Bundesregierung beschließt eine Verlängerung des Bundeswehr-Mandats bis Ende Januar 2022.

23.3. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagt: „Wir wollen nicht durch einen zu frühzeitigen Abzug aus Afghanistan riskieren, dass die Taliban zurückkehren zur Gewalt und versuchen, mit militärischen Mitteln an die Macht zu kommen.“

9.4. Die US-Geheimdienste beurteilen die Lage in Afghanistan äußerst kritisch. Der Regierung in Kabul werde es ohne ausländische Truppen schwerfallen, „die Taliban in Schach zu halten“, heißt es.

14. April 2021

US-Präsident Joe Biden kündigt den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis zum 11. September an. Das ursprüngliche Ziel, die Terrorismusbekämpfung, sei "erfüllt". Die Nato schließt sich an. Am 1. Mai soll "geordnet, koordiniert und überlegt" der Abzug begonnen und "innerhalb weniger Monate" abgeschlossen werden. Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigt an, alle deutschen Soldaten im Sommer vollständig abzuziehen.

18.4. Kramp-Karrenbauer verspricht, afghanische Ortskräfte vereinfacht und schnell nach Deutschland holen.

1. Mai 2021

1.5. Beginn des offiziellen Abzugs internationaler Truppen.

8.5. Bei einem Anschlag auf eine Mädchenschule in Kabul sterben 85 Menschen, die meisten sind Schülerinnen. Die Regierung macht die Taliban für die Morde verantwortlich.

14.5. Ex-Diplomaten, Soldaten und Wissenschaftler fordern von Berlin in einem offenen Brief die unbürokratische und schnelle Aufnahme afghanischer Ortskräfte.

9.6. Außenminister Maas spricht von einem „Massenexodus aus Afghanistan“, wenn die Regeln der Evakuierungen von Hilfsorganisationen auch für Ortskräfte gelten sollten. „Dann reden wir nicht mehr über 2000 Menschen, dann reden wir über 20 000 Menschen.“

23.6. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU/, SPD und AfD lehnen einen Grünen-Antrag zur „großzügigen Aufnahme afghanischer Ortskräfte“ ab.

29.6. Nach fast zwei Jahrzehnten verlassen die letzten deutschen Soldaten in Masar-i-Scharif Afghanistan. Nachdem die letzten internationalen Truppen außer Landes sind, erobern die Taliban sehr schnell das Land.

7.7. In Kabul landet der bislang letzte Abschiebeflug aus Deutschland. Seit Dezember 2016 wurden 1104 Afghanen in ihre Heimat abschoben.

22.7. Die Taliban kontrollieren 90 Prozent der Landesgrenzen und rücken auf die Hauptstadt vor. Afghanische Regierungstruppen ziehen sich in die größeren Städte zurück. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt: „Ich möchte, dass wir hier denen, die uns sehr stark geholfen haben, auch wirklich einen Ausweg geben.“ All jenen, die für Deutschland ab 2013 gearbeitet hätten, solle die Möglichkeit zur Ausreise gegeben werden.

3. bis 12. August 2021

3. bis 12.8. Verstärkte Attentate auf afghanische Regierungsmitglieder auch in Kabul. Die Taliban rücken immer schneller ohne nennenswerte Gegenwehr der regulären afghanischen Armee vor und erobern auch Kundus, wo die Bundeswehr jahrelang stationiert war.

13. August 2021

Die USA entsenden 3000, Großbritannien 600 Soldaten nach Kabul zur Evakuierung ihrer Bürger und Verbündeten.

14.8. Die Taliban nehmen den ehemaligen Bundeswehrstandort Masar-i-Scharif ein und haben Kabul umstellt.

15. August 2021

15.8. Die Taliban starten den Angriff auf Kabul übernehmen schnell die Macht. Präsident Ghani flieht ins Ausland. Deutsche werden aufgefordert, das Land zu verlassen, erste Personen werden evakuiert.

16. August 2021

16.8. Die gerade erst begonnene Evakuierungsaktion der Bundeswehr wird zweitweise wegen chaotischen Zuständen auf dem Flughafen von Kabul abgebrochen. Afghanen klammern sich verzweifelt an Flugzeuge, mehrere Menschen sterben. „Wir alle - die Bundesregierung, die Nachrichtendienste, die internationale Gemeinschaft - wir haben die Lage falsch eingeschätzt“, sagt Außenminister Maas.

17.8. Mit dem ersten Bundeswehr-Flugzeug werden nur sieben Menschen nach Taschkent ausgeflogen. In weiteren Flügen sind dann jeweils mehr als 100 Menschen an Bord. Afghanische Ortskräfte gelangen noch nicht einmal in die Nähe des Flughafens in Kabul. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht von einer „menschlichen Tragödie“. Deutschland trage eine Mitverantwortung, die Bilder aus Kabul seien beschämend.

18.8. Die Bundesregierung beschließt den Einsatz der Bundeswehr für die Evakuierungen. Hunderte Deutsche und Tausende Ortskräfte harren in Kabul aus.

19. August 2021

19.8. Die Evakuierungen laufen wieder an. Die Lage am Flughafen von Kabul aber bleibt dramatisch.

20.8. Zwei Deutsche werden auf dem Weg zum Flughafen verletzt, zwei Hubschrauber des KSK sollen bei der Evakuierung helfen. Maas sagt: „Die Menschen, die am Flughafen von Kabul stehen, erwarten zu Recht, dass wir uns um sie kümmern und sie da rausholen.“ Und: „Ich will dazu beitragen, dass nach unseren Fehlern nicht auch noch verzweifelte Menschen im Stich gelassen werden.”

21.8. Im Gegenzug für eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfe aus der EU sichern die Taliban eine Erleichterung der Evakuierungen zu.

23.8. Auf dem Flughafen in Kabul fallen Schüsse, deutsche Soldaten beteiligen sich an Gefechten. Die Taliban stellen das Ultimatum, dass bis 31.8. alle internationalen Truppen das Land verlassen haben sollen.

25. August 2021

25.8. Die Bundeswehr hat nach eigenen Angaben mehr als 4600 Personen ausgeflogen.

26.8. IS-Attentäter greifen den Flughafen an. Mehr als 90 Menschen sterben, darunter 13 US-Soldaten. Die Bundeswehr hat etwa 5300 deutsche Staatsangehörige, afghanische Ortskräfte und Bürger anderer Staaten aus Kabul ausgeflogen und beendet die Evakuierungsaktion.

1.9. Die letzten US-Soldaten verlassen das Land und überlassen Afghanistan vollständig den Taliban.

Team
Text Lars Langenau, Leopold Zaak
Bildredaktion Alexander Bauer
Digitales Storytelling Niklas Keller, Alexander Bauer
Schlussredaktion Florian Kaindl