Süddeutsche Zeitung

Zugverkehr lahmgelegt:Mehr als 100 Flüchtlinge stürmen Eurotunnel

Dutzende Flüchtlinge dringen in der Nacht in den Eurotunnel ein, der Frankreich mit Großbritannien verbindet. Der Bahnverkehr wird unterbrochen, von einer "gut organisierten Aktion" ist die Rede.

Mehr als 100 Flüchtlinge sind in den Eurotunnel zwischen Großbritannien und Frankreich eingedrungen und haben den Zugverkehr stundenlang lahmgelegt. Derzeit fahren die Züge noch mit Verspätung, doch in Kürze soll der Zugverkehr wieder normal laufen, wie Eurostar über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Einem Eurotunnel-Sprecher zufolge stürmten die Flüchtlinge gegen 23:30 Uhr die Gleise auf französischer Seite. Er sprach von einer "gut organisierten und koordinierten Aktion". Ein Mitarbeiter und zwei Polizisten seien verletzt worden.

In der nordfranzösischen Hafenstadt kampieren Tausende Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Ostafrika, Syrien und Afghanistan. Sie hoffen, durch den Tunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen.

Seit Ende Juni kamen dabei mehr als zehn Menschen ums Leben. Zuletzt wurde in der Nacht auf Mittwoch ein Flüchtling nahe dem Eurotunnel von einem Frachtzug überfahren. Mitte September wurde ein Flüchtling durch einen Stromschlag getötet, als er auf einen Frachtzug klettern wollte. Wegen des Andrangs der Flüchtlinge sind die Sicherheitsmaßnahmen am Gelände um den Tunnel massiv verschärft worden.

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SZ.de/AFP/dpa/gal
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