Süddeutsche Zeitung

Istanbul:Freispruch für Meşale Tolu

Die deutsche Journalistin war 2017 in der Türkei verhaftet worden - wegen angeblicher Terrorpropaganda. Nach sieben Monaten Untersuchungshaft und mehr als vier Jahren Prozess wurde sie nun freigesprochen.

Die deutsche Journalistin Meşale Tolu ist von einem Istanbuler Gericht von Terrorvorwürfen freigesprochen worden. "Nach 4 Jahren, 8 Monaten und 20 Tagen: Freispruch in beiden Anklagepunkten!", schrieb Tolu auf Twitter. Der aus Ulm stammenden Journalistin war unter anderem Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) und Terrorpropaganda vorgeworfen. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation.

Auch ihr ebenfalls angeklagter Ehemann Suat Çorlu wurde freigesprochen, wie der Geschäftsführer der Organisation "Reporter ohne Grenzen", Christian Mihr, twitterte, der als Prozessbeobachter in Istanbul vor Ort war.

Tolu war Ende April 2017 in Istanbul festgenommen worden und anschließend mehr als sieben Monate in Haft. Die Journalistin mit kurdischen Wurzeln hatte in der Türkei unter anderem für die Nachrichtenagentur Etha gearbeitet. Der Prozess gegen sie begann im Oktober 2017, rund zwei Monate später wurde Tolu unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Im August 2018 durfte sie nach Aufhebung der Ausreisesperre in ihre Heimat Deutschland zurückkehren.

Im Laufe des Prozesses hatte auch die Staatsanwaltschaft einen Freispruch für Tolu von allen Anklagepunkten verlangt. Für ihren Ehemann Çorlu und weitere Angeklagte hatte sie dagegen eine Verurteilung wegen Terrorpropaganda gefordert.

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SZ/dpa/epd/tobu/sks
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