Süddeutsche Zeitung

Rechtsextremismus:Denkmal für ermordete Sinti und Roma geschändet

  • Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin ist geschändet worden.
  • Die Tat ereignete sich offenbar bereits vor etwa zwei Wochen, wurde jedoch erst jetzt bekannt.
  • Die rechtsextremen Schmierereien sind sofort entfernt worden.

Unbekannte haben in Berlin das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma geschändet. Im Eingangsbereich brachten sie großformatig ein Hakenkreuz und den Schriftzug "Vergasen" an, wie die verantwortliche Denkmalstiftung am Donnerstag mitteilte. Demnach ereignete sich der Vorfall bereits vor etwa zwei Wochen.

Die Schmierereien seien rasch entfernt worden. Die Stiftung habe die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und Anzeige erstattet, hieß es. Der Staatsschutz ermittle. Stiftungsdirektor Uwe Neumärker verurteilte den Anschlag als "aggressiven Antiziganismus".

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, kündigte eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung und des Aufrufs zur Gewalt an. Die Schändung zeige, dass Rechtsextremisten in der momentanen Krise die Gelegenheit sähen, den Geist Adolf Hitlers wieder neu zu beleben, erklärte er.

Die 2012 eröffnete Gedenkstätte liegt zwischen Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude. An die bis zu 500 000 Sinti und Roma, die von den Nationalsozialisten getötet wurden, erinnert ein Brunnen mit einem versenkbaren Stein, auf dem täglich eine frische Blume liegt. Das Denkmal des Künstlers Dani Karavan wird von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit betreut.

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