Süddeutsche Zeitung

Präsidentschaftswahl in Afghanistan:Abdullah droht die Stichwahl

Wer wird Nachfolger von Präsident Karsai? Die Wahl in Afghanistan verlängert sich: Laut vorläufigem Ergebnis muss der frühere Außenminister Abdullah nochmal gegen seinen Hauptkonkurrenten antreten.

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan gibt es voraussichtlich eine Stichwahl. Wie die unabhängige Wahlkommission mitteilte, werden nach vorläufigem Ergebnis der frühere Außenminister Abdullah Abdullah und der frühere Finanzminister Aschraf Ghani gegeneinander antreten.

"Nach unseren Ergebnissen scheint es, dass die Wahl in eine zweite Runde geht", sagte der Vorsitzende der Unabhängigen Wahlkommission vor Journalisten. Abdullah kam demnach mit 44,9 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz, Ghani mit 31,5 Prozent auf den zweiten. Amtsinhaber Hamid Karsai darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Andere der insgesamt acht Kandidaten waren weit abgeschlagen. Die zweite Wahlrunde ist nötig, wenn kein Kandidat im ersten Anlauf über 50 Prozent der Stimmen kommt. Laut Unabhängiger Wahlkommission würde die Stichwahl am 7. Juni stattfinden.

Ob es so weit kommt, entscheidet sich am 14. Mai, dann sollen endgültige Wahlergebnisse vorliegen. Bis dahin sollen hunderte Beschwerden wegen Wahlbetrugs geprüft werden. Schon die vorangegangene Präsidentschaftswahl im Jahr 2009 war von massivem Betrug überschattet gewesen.

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SZ.de/dpa/AFP/fran/hatr
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