Süddeutsche Zeitung

Ägypten:Zwei Tote bei Demonstrationen für Mursi

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des entmachteten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind am Freitag zwei Menschen getötet worden.

Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des entmachteten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind am Freitag zwei Menschen getötet worden. Die Polizei ging nach Behördenangaben landesweit gegen mehrere Demonstrationen vor und löste die Proteste unter anderem mit Tränengas auf. Mehr als 50 Menschen wurden festgenommen.

In der Hafenstadt Suez wurde ein 23-jähriger Demonstrant bei Zusammenstößen zwischen den rivalisierenden Lagern durch Schüsse getötet, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Dort wurden auch drei Polizisten verletzt. Demonstranten steckten zudem in Suez ein Polizeiauto in Brand, ein weiterer Wagen wurde im südlichen Kena zerstört. In Fajum südlich der Hauptstadt Kairo starb ein 19-jähriger Demonstrant durch Schüsse, als Gegner und Anhänger Mursis aufeinander trafen. Dort wurden nach Angaben der Behörden auch zwei Beamte durch Schrotkugeln verletzt.

In Kairo selbst gingen in mehreren Bezirken trotz ungewohnter Kälte und anhaltenden Regens zahlreiche Menschen auf die Straße, um für Mursis Wiedereinsetzung ins Amt zu demonstrieren, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Demnach warfen einige Demonstranten Molotowcocktails auf Beamte. Proteste gab es auch in der Stadt Mahalla im Nildelta. Das Innenministerium sprach von landesweit 54 Festnahmen. Die Demonstrationen wurden von den Behörden als "illegal" eingestuft, weil sie nicht rechtzeitig angemeldet worden seien. Nach einem neuen Gesetz muss die Polizei drei Tage im Voraus informiert werden.

Mursi war nach Massenprotesten gegen seine islamistisch geprägte Führung Anfang Juli vom Militär festgenommen worden. Anschließend setzte die Armeeführung eine Übergangsregierung ein und ließ nahezu die vollständige Führungsriege der Muslimbruderschaft, der auch Mursi entstammt, sowie tausende Islamisten verhaften. Die Muslimbrüder fordern seit Monaten bei wöchentlichen Demonstrationen Mursis Wiedereinsetzung als Präsident.

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