Süddeutsche Zeitung

Waldbrand in Brandenburg: Feuer unter Kontrolle - Gefahr durch Weltkriegsmunition

  • Der Waldbrand bei Fichtenwalde nahe Potsdam ist weitgehend unter Kontrolle. Zwischenzeitlich waren bis zu 90 Hektar Wald betroffen.
  • Da in dem Bereich Weltkriegsmunition gefunden wurde, hat die Polizei einen Sperrkreis errichtet.
  • Wichtige Autobahnabschnitte der A 9 und der A 10 musste die Polizei sperren. Autofahrer müssen rund um das Autobahndreieck Potsdam mit Staus rechnen.
  • Die Bewohner der Siedlung Fichtenwalde bei Beelitz können aufatmen. Eine Evakuierung war entgegen ersten Befürchtungen nicht nötig. Die Situation bleibt aber angespannt.

Hunderte Meter ragen die Rauchsäulen in den Himmel. Nahe dem Ort Fichtenwalde in Brandenburg steht ein dicht bewachsener Kiefernwald in Flammen. Insgesamt sollen nach Angaben von Polizei und Feuerwehr insgesamt etwa 250 Helfer im Einsatz gewesen sein - und viele davon sind es noch.

Bei dem schweren Waldbrand haben Einsatzkräfte die ganze Nacht über gegen die Flammen angekämpft. Dabei sind auch Hubschrauber der Bundeswehr sowie der Bundespolizei zum Einsatz gekommen.

Die Flammen des Waldbrandes seien inzwischen zwar weitgehend unter Kontrolle, hieß es seitens der Polizei am Freitagmorgen. Die Situation bleibe aber riskant. Die Löscharbeiten dauern an. In dem Bereich wurde außerdem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Polizei habe deshalb einen Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet, sagte ein Pressesprecher des Potsdamer Innenministeriums. Bereits am Donnerstag hatte es durch die Munition immer wieder kleine Explosionen gegeben. Daher kam auch ein Löschpanzer zum Einsatz, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Feuerwehrleute sorgen nun vor allem dafür, dass sich der Brand nicht weiter ausbreitet. Dafür wurde unter anderem mit einem sogenannten Schaumteppich eine Barriere entlang des Europa-Radweges hergestellt, der durch das dicht bewaldete Landschaftsschutzgebiet verläuft, so Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel am Freitag im RBB-Inforadio. Möglicherweise sei auch noch mehr Hilfe von außen nötig, etwa aus Berlin. Im Moment reichten die Kräfte in Brandenburg noch aus.

Der Brandherd liegt südwestlich von Berlin. Hier treffen die A 9, die Berlin und München verbindet, und der Berliner Autobahnring A 10 aufeinander. Auf beiden Strecken musste die Polizei Sperrungen vornehmen, die auch am Freitagmorgen noch nicht aufgehoben sind. Autofahrer auf der auch stark von Pendlern frequentierten Strecke müssen sich auf erhebliche Wartezeiten einstellen oder Umwege in Kauf nehmen. "Es ist mit Vollsperrungen und massivem Aufgebot an Feuerwehrfahrzeugen zu rechnen", heißt es in einer Mitteilung der Einsatzkräfte. Immerhin konnte in der Nacht die A 9 und die A 10 in Richtung Leipzig bereits wieder freigegeben werden.

Die Behörden haben die Bewohner des 2800-Einwohner-Ortes Fichtenwalde bereits gewarnt. Sie sollen sich auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten und wichtige Dokumente bereitlegen sollen. "Weitere Informationen folgen", hieß es weiter. Das Innenministerium Brandenburgs richtete eine Krisenkommission ein. Später wurde die angedachte Evakuierung dann abgesagt: Die Einsatzkräfte hätten die Flammen im Griff, es gebe keine Gefahr mehr, dass sie die Häuser erreichten. "Die Gefahr ist erst mal gebannt", sagte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU). Die Anwohner sollten sich trotzdem weiter bereithalten.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache an der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum rasend schnell ausgebreitet. Zunächst war von rund 90 Hektar betroffenem Wald die Rede. Das brandenburgische Innenministerium korrigierte die Zahl jedoch auf 40 bis 50 Hektar betroffener Waldfläche.

Aufgrund der Sommerhitze ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg derzeit extrem hoch. Die Behörden riefen in dem von ausgedehnten Kiefernwäldern bedeckten Bundesland die höchste Warnstufe aus. Auch am Freitag soll es heiß bleiben, mit Temperaturen bis zu 34 Grad. Engel warnt zudem vor aufkommendem Wind. Fast überall im Bundesland ist die Waldbrandgefahr auf der höchsten von fünf Stufen.

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