Süddeutsche Zeitung

Oben-ohne-Fotos von Catherine:Palast erstattet Anzeige wegen entblößter Herzogin

Prinz William und seiner Frau Catherine dürften beim Frühstück in Kuala Lumpur die Reisbällchen im Hals stecken geblieben sein, als sie davon erfuhren: Das französische Magazin "Closer" zeigt heimlich geschossene Bilder des sonnenbadenden Paares, beide nur in Badehose. Das Königshaus hat rechtliche Schritte eingeleitet.

Vor kurzem noch wankte das Königshaus, getroffen durch die skandalösen Fotos des royalen Hinterns von Prinz Harry - da bricht bereits neues Ungemach über die Windsors herein: Das französische Magazin Closer veröffentlicht in einer eigens vorgezogenen Ausgabe Oben-ohne-Aufnahmen von Herzogin Catherine. Nach Angaben der Online-Ausgabe von BBC seien die Aufnahmen vergangene Woche während eines Urlaubs in der Provence entstanden, den das Paar im Landschloss von Lord Linley, einem Neffen der Queen, verbrachte.

Prinz William und seine Frau erhielten die Botschaft von der Magazinveröffentlichung während ihrer Asienreise anlässlich des diamantenen Thronjubiläums der Queen. Die Nachricht erreichte sie dem Bericht zufolge im malaysischen Kuala Lumpur während des Frühstücks.

Vor allem Catherine dürften bei der Nachricht die Reisbällchen im Halse stecken geblieben sein. Zwar seien die Fotos verschwommen und offenbar aus großer Entfernung aufgenommen worden, heißt es. Dennoch sei eindeutig das royale Ehepaar darauf zu erkennen. Auch das Königshaus hält die Bilder für authentisch.

Wie das Klatschmagazin auf seinem Cover prahlt, werden die Bilder, die ganze vier Seiten füllen, in kürzester Zeit "um die Welt gehen". Kate, die sich offenbar unbeobachtet fühlte, habe laut Closer im Urlaub "alles um sich herum vergessen wollen". Detailliert beschreibt Redakteur Laurence Pieau, wie die beiden auf der Terrasse am Pool ein Sonnenbad nehmen und sich - mit Schutzfaktor 50 - gegenseitig eincremen. Um eine nahtlose Bräune zu erhalten, habe Kate ihr Bikinioberteil ausgezogen.

Erinnerung an Diana

Spöttisch witzelt Pieau: "Harry hat die Mode vorgegeben: Bei den Windsors zieht man sich jetzt aus." Prinz William und seine Ehefrau haben sich bisher nicht zur Veröffentlichung der Fotos geäußert. Aus dem Umfeld der Paares hieß es Medienberichten zufolge, sie seien äußerst "betrübt" über die Aufnahmen, die ihre Privatsphäre verletzten. Der Vorfall "wirft uns um 15 Jahre zurück", erklärte eine Begleitperson der beiden der Nachrichtenagentur AFP - offenbar eine Anspielung auf den Medienrummel um Prinzessin Diana, die 1997 bei einem Autounfall ums Leben kam.

Auch Lady Di wurde 1994 während eines Ferienaufenthaltes in Spanien ohne Bikinioberteil von einer Kamera "erwischt". Die Bilder erschienen im spanischen Magazin Hola und waren später unter anderem auch im britischen People-Magazin zu sehen. Der spanische Fotograf, der die Negative für eine Million Pfund (1,25 Millionen Euro) zum Verkauf angeboten hatte, erklärte damals in der mittlerweile eingestellten Sonntagszeitung News of the World, Diana habe gewusst, dass er sie fotografiere: "Es war kein Missgeschick." Sie sei von ihrem Liegestuhl im Garten des Luxushotels aufgestanden "und verharrte gerade lange genug, damit ich die Fotos machen konnte, bevor sie sich ein Handtuch umwickelte".

Wer sich in Gefahr begibt ...

Mittlerweile zeigen sich die britischen Medien bei königlichen Skandalen zurückhaltender: Wie BBC auf seiner Webseite berichtet, sollen die Fotos von der sonnenbadenden Kate auch britischen Zeitungen angeboten worden sein - diese hätten jedoch abgelehnt. Als die Fotos des nackten Harry um die Welt gingen, konnte allein die Sun nicht widerstehen und druckte die Bilder ab. Es wird sich zeigen, ob sich das Blatt bei Herzogin Catherine zurückhalten wird.

Der Palast hatte in der Causa Harry darauf verzichtet, bei der zuständigen Pressekommission eine Beschwerde einzureichen. Diesmal jedoch wehrt sich das Königshaus: Wegen Verletzung der Privatsphäre seien rechtliche Schritte eingeleitet worden, ließ der britische Thronfolger Prinz Charles in London mitteilen. Aus französischen Justizkreisen verlautete, dass bereits am Montag vor dem Landgericht in Nanterre eine Anhörung stattfinden solle.

Wunsch nach Unsichtbarkeit

Der Unterschied zwischen den beiden "Skandalen" liegt auf der Hand: Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um, heißt es - das dürfte aber nur für den extrovertierten jungen Mann mit den roten Haaren zutreffen, der immer wieder zu vergessen scheint, dass er das britische Königshaus repräsentiert. Catherine jedoch hat stets alles richtig gemacht. Seit sie zur königlichen Familie gehört, gab es nicht eine Situation, in der man ihr unterstellen konnte, sie lege es darauf an, zu viel von sich preiszugeben. Es würde nicht verwundern, wenn sie nach dem Vorbild der Queen Bleikettchen in den Saum ihrer Kleider nähen ließe, damit kein Windstoß ihre Beine freigeben kann.

Nach diesem Vorfall dürfte die Frau von Prinz William definitiv verstanden haben, was es bedeutet, pausenlos in der Öffentlichkeit zu stehen. Einer Öffentlichkeit, die weder Urlaub noch Privatsphäre kennt.

Auf seiner Reise durch Asien wurde William von einem kleinen Jungen gefragt, welche Superkraft er gerne hätte. "Das ist eine schwere Frage - ich bin mir nicht sicher. Da muss ich nachdenken", antwortete der Prinz und sagte dann: "Unsichtbarkeit." Hätte er in dem Moment bereits geahnt, was auf ihn und seine Frau zukommen würde - die Antwort wäre ihm wohl sofort eingefallen.

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