Süddeutsche Zeitung

Zwischenfälle in öffentlichen Schwimmbädern:Massenstreit in Freibad löst Polizeieisatz aus

  • Ein Familienvater hatte in Düsseldorf mehrere junge Männer wegen ihres Verhaltens zurechtgewiesen.
  • Daraufhin sei es zu einem Streit zwischen dem Vater und den Ruhestörern gekommen. Immer mehr Badegäste solidarisierten sich mit den jungen Männern.
  • Auch in Mannheim musste die Polizei in einem Freibad anrücken, weil ein Mann Pfefferspray versprüht hatte.

Die Rekordtemperaturen an diesem Wochenende scheinen auch die Gemüter einiger Badegäste erhitzt zu haben. In einem Freibad in Düsseldorf kam es zu einem Streit zwischen hunderten Badegästen und einer Familie, der ein Anrücken Dutzender Polizeibeamter notwendig machte.

Nachdem mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen waren, fanden die eintreffenden Beamten im Schwimmbad eine Gruppe von mehreren hundert Personen vor, die eine Familie umringt hatte und diese anschrien. Der Vater der Familie soll zuvor einige junge Männer zurechtgewiesen haben, die über ausgebreitete Decken und Badegäste hinwegsprangen. In dem folgenden Streit zwischen dem Vater und den jungen Männern solidarisierten sich immer mehr Badegäste mit ihnen. Der Vater habe sich schützend vor seine Familie gestellt und in Wortgefechte und kurze Rangeleien mit Einzelnen aus der Gruppe verwickelt, teilte die Polizei mit.

Da die Situation nach Einschätzung der Polizei zu eskalieren drohte, baten die Beamten vor Ort um Verstärkung. Die Polizei versuchte die Kontrahenten voneinander zu trennen, wobei auch die Beamten angepöbelt wurden und Getränkekartons in Richtung der Einsatzkräfte flogen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, es wurde niemand verletzt.

Nachdem die angeforderte Verstärkung im Schwimmbad eingetroffen war, habe sich die Lage beruhigen lassen. Die Familie sei zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Freibad geleitet worden. Die Verantwortlichen des Freibads entschieden, das Bad für den Rest des Tages zu schließen um weitere Konflikte zu vermeiden. Die Räumung des Freibades verlief weitgehend störungsfrei. Ein renitenter Badegast musste in Gewahrsam genommen werden.

Angriff mit Pfefferspray in Mannheimer Freibad

Auch in Mannheim kam es am Wochenende zu einem Zwischenfall in einem Freibad. Ein Mann versprühte Pfefferspray und verletzte fünf Menschen leicht, darunter zwei Kinder. Dem Vorfall war offenbar ein Streit zwischen dem 38-Jährigen und seiner Ehefrau vorausgegangen. Die Frau befand sich mit Verwandten und deren Kindern im Schwimmbad, wo ihr Ehemann auftauchte und die Brüder seiner Frau mit Pfefferspray attackierte. Gegen den 38-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Die beiden Vorfälle reihen sich ein in eine Serie mehrere Vorfälle in Freibädern, bei denen die Polizei anrücken musste. In einem Bad in Essen attackierte eine Gruppe junger Männer am vergangenen Montag zwei Bademeister und ein junges Mädchen. In Hessen kam es am Mittwoch an einem überfüllten Badesee zu Ausschreitungen. Weil der Einlass vorübergehend geschlossen wurde, versuchten etwa 200 Menschen gewaltsam, auf das Gelände zu gelangen. Auch im Münchner Michaelibad kam es jüngst zu einer Massenschlägerei, an der Augenzeugenberichten zufolge mehr als 50 Personen beteiligt waren.

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister beklagt eine zunehmende Aggressivität in Freibädern. "Es ist für mich eine traurige Entwicklung, dass wir in den Bädern jetzt immer mehr Security haben müssen", sagt Verbandspräsident Peter Harzheim der Deutschen Presseagentur.

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