Süddeutsche Zeitung

Bielefeld:Gibt's doch gar nicht

Der Witz, wonach es Bielefeld eigentlich gar nicht gibt, feiert Jubiläum. Die Stadt hat nun eine Million Euro für den "ultimativen Beweis" ausgesetzt.

Der Beweis, dass es Bielefeld nicht gibt, scheint schnell erbracht: Die Internetseite der Stadt ist am Mittwoch nicht erreichbar. Beim dritten Versuch klappt es dann doch. Die Aktion ist offensichtlich erfolgreich: Eine Million Euro hat die Marketing-Abteilung der Stadt für den Beweis ausgesetzt, dass es Bielefeld nicht gibt.

Vor 25 Jahren war im Internet ein satirisch gemeinter Text aufgetaucht, in dem behauptet wurde, die ostwestfälische Stadt existiere gar nicht. Der Witz wurde zum Selbstläufer, der Spruch "Bielefeld gibt's doch gar nicht" zum Dauerbrenner. Am Mittwoch stellte die Stadt nun ihr Gegenrezept vor - pünktlich zum Jubiläum der sogenannten Bielefeld-Verschwörung: "Wenn du beweisen kannst, dass es Bielefeld wirklich nicht gibt, gewinnst du 1 Million Euro", wirbt Bielefeld-Marketing auf der eigens eingerichteten Wettbewerbs-Homepage. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt - "nur unumstößlich müssen die Perlen deiner Weisheit sein".

Preisgeld wird nicht aus Steuergeldern finanziert

Gleichzeitig betonen die Macher der Aktion, man meine es durchaus ernst mit dem Millionengewinn, gehe aber zu 99,9 Prozent davon aus, jeden Beweis widerlegen zu können. "Ihr müsstet immerhin mal eben so das Zentrum einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands "verschwinden" lassen", ist weiter zu lesen.

Und sollte sich tatsächlich herausstellen, dass Bielefeld nicht existiert, ist man auch darauf vorbereitet. "Und für den Fall, dass es uns doch nicht geben sollte, sei sicherheitshalber noch erwähnt, dass keine Steuergelder auf dem Spiel stehen", sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing. Das Preisgeld werde im Bedarfsfall von einer Reihe von Unternehmen und Institutionen übernommen, die sich in der Image-Arbeit der Stadt engagierten. Also falls es sie denn gibt.

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