Süddeutsche Zeitung

Astronomie:Sternenhimmel Juli

16. Juli, 23.31 Uhr: Diesen Termin sollten sich die Freunde himmlischer Körper schon mal im Kalender eintragen. Denn da leuchtet der Mond im Höhepunkt seiner partiellen Finsternis in rötlichem Licht. Ein bisschen zumindest.

Highlight: Am späten Abend des 16. Juli beginnt auf der Himmelsbühne ein kosmisches Schauspiel. Der Vollmond taucht am Ende der Dämmerung ab 22.01 Uhr in den Kernschatten ein, den die Erde ins All wirft. Dabei steht der Trabant recht tief im Süden und verdunkelt sich im nordöstlichen Teil seiner Scheibe. Selbst am Höhepunkt der Finsternis um 23.31 Uhr wird der Mond nicht als Ganzes wie ein Lampion in schmutzig-rötlichem Licht vom Firmament schimmern. Die Finsternis ist lediglich partiell, und der Erdbegleiter steckt nur zu etwa zwei Dritteln im irdischen Kernschatten. Immerhin werden die helleren Sterne der Konstellation Schütze, in dem sich der Mond aufhält, klarer hervortreten. Und unweit des Geschehens leuchtet auch noch der Ringplanet Saturn. Gut eine Stunde nach Mitternacht strahlt der Vollmond dann wieder wie gewohnt, das Spektakel ist vorbei. Jeweils rund 80 Minuten vor Beginn und nach Ende der Finsternis wandert er durch den Halbschatten - was sich kaum bemerkbar macht. Zur Beobachtung des Spektakels lohnt sich der Blick durch ein Fernglas, das Strukturen wie die dunklen Basaltbecken ("Meere") oder große Krater zeigt. Die rötliche Färbung während der Finsternis stammt übrigens vom Sonnenlicht, das die Erdatmosphäre in den Schatten hineinstreut.

Sterne und Sternbilder: Über dem Südhorizont reihen sich die typischen Sternbilder der warmen Jahreszeit auf: Steinbock, Schütze, Skorpion und Waage. Hoch am Himmel glänzt das Sommerdreieck mit den Spitzen Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier. Recht leicht findet man auch die markanten Figuren Herkules, Krone und Bootes mit seinem hellen Hauptstern Arktur. Mit aufgerichteter Deichsel steht der Große Wagen im Nordwesten, im Norden funkelt der Polarstern an der Deichselspitze des Kleinen Wagens. Im Nordosten blinken Pegasus und Andromeda, weiter nördlich die Kassiopeia und über dem Horizont der Perseus.

Planeten, Mond und Meteore: Merkur, Venus und Mars haben das Feld geräumt und bleiben unbeobachtbar. Während der ersten Nachthälfte strahlt Jupiter im Schlangenträger hell vom Himmel. Saturn gelangt am 9. Juli in Opposition zur Sonne und zeigt sich während der ganzen Nacht im Schützen. Neumond ist am 2., Erstes Viertel am 9., Vollmond am 16. und Letztes Viertel am 25. Juli. Die lichtschwachen Sternschnuppen der Delta-Aquariden erreichen in den frühen Morgenstunden des 29. Juli ihr Maximum, stündlich blitzen um die 20 Meteore auf. Am 4. Juli gelangt die Erde in ihren sonnenfernsten Bahnpunkt.

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Quelle:
SZ vom 01.07.2019/ick
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