Süddeutsche Zeitung

Konzentration des Bergtourismus:Ein Gesamterlebnis

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Bad Tölz eröffnet Entdeckerpfad auf dem Blomberg

Von Sebastian Proksch, Bad Tölz

Tierspuren untersuchen, Pflanzen erraten, Baumstämme anheben - eine vielseitige Kombination aus Informationstafeln und Spielgeräten erwartet Kinder und Erwachsene seit voriger Woche auf dem Blomberg. Der neue Entdeckerpfad gehört zu einem größeren Plan für den Blomberg, den die Stadt Bad Tölz in den kommenden zwei Jahren abschließen möchte.

Aus elf Stationen setzt sich der Waldspiele-Entdeckerpfad zusammen. Er ist beidseitig begehbar, alle Informationstafeln sind auf Deutsch und Englisch beschriftet. Zusammen mit anderen Bauprojekten solle der Pfad den Tölzer Hausberg attraktiver machen, für Touristen, aber auch einheimische Wanderer und Familien, sagt Bürgermeister Ingo Mehner (CSU). "Wir wollen den Blomberg im touristischen Sinne langfristig konkurrenzfähig halten", bekräftigt die städtische Referentin für Tourismus und Kultur Brita Hohenreiter.

Doch die Informationstafeln sollen auch weiterbilden und erziehen: Man wolle Kinder bereits früh für Tier- und Umweltschutz sensibilisieren, sagt Hohenreiter. Bärbel Weixner (Grüne), Stadträtin und Leiterin der Tölzer Grundschule am Lettenholz, hat die pädagogische Konzeption der Stationen begleitet. Auf dem Entdeckerpfad ließen sich Spaß und Lernen gut miteinander verbinden, meint sie. Sogar für Klassen weiterführender Schulen eigne sich der Pfad zur Vertiefung geologischer, ökologischer und geografischer Kenntnisse, speziell zugeschnitten auf den Blomberg. Themen wie sauerer Regen oder Schäden durch den Borkenkäfer sollen Jugendlichen und Kindern in der neuen Waldkrimi-App nähergebracht werden. Rund um das Blomberghaus können einzelne Rätsel über die App freigeschaltet und bearbeitet werden.

Bei den Kindern seien die Stationen super angekommen, sagt Manuel Wilke, der in den vergangenen Tagen unentwegt auf dem Blomberg unterwegs war und sich als Blomberg-Koordinator der Stadt Bad Tölz nun unbefristet um die Infrastruktur am Berg kümmern soll.

Durch orangefarbene Schilder und große Orientierungskarten werde außerdem versucht, "die Leute auf den Wegen zu behalten", erklärte Mehner. Die Gästelenkung trage zum Natur- und Wildschutz bei. Auch im größeren Sinne sei die neue Infrastruktur sinnvoll, sagte Birte Otterbach, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bad Tölz. Der Bergtourismus solle bewusst an einem Ort konzentriert werden, damit Gebiete entlastet und erhalten werden, "wo gar niemand ist".

Mit dem Entdeckerpfad ist Phase eins der Bebauung des Blombergs abgeschlossen. Der rund 606 000 Euro teure "Masterplan Blomberg" sieht vor, dass in der zweiten Bauphase interaktive Ferngläser, zusätzliche Sitzbänke und ein Outdoor-Klassenzimmer entstehen, so Koordinator Wilke. Einer dritten Bauphase, die einen Gipfelrundweg sowie weitere Themenplattformen umfasst, müsse der Tölzer Stadtrat noch zustimmen.

Auch das einheitliche Erscheinungsbild der Internetseite sowie die gemeinsame Optik der Schilder und Wegkarten am Berg sollen Touristen und Wanderer überzeugen, sagte Mehner. Diese lenkten den Fokus von einzelnen, nebeneinander existierenden Angeboten wie der Blombergbahn oder dem Restaurant Blomberg-Tenne auf das Gesamtangebot. Erkenntnisse aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Besucher ein "Gesamterlebnis Berg, eine Freizeitarena Blomberg" schätzten, bekräftigt Hohenreiter. In das vereinheitlichte Marketing investiere die Stadt Bad Tölz deshalb weiterhin jährlich 40 000 Euro, so die Ankündigung.

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SZ vom 13.08.2021
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