Süddeutsche Zeitung

Weßling:Die Hygienefrau

Sabine Breuer bietet mit ihrer Firma "Safety Steps" Schutzkonzepte in Zeiten der Pandemie an. Zu den Kunden gehören Firmen und Wirte genauso wie Gemeindeverwaltungen.

Eine Plexiglaswand vor der Supermarktkasse, Aufsteller, die auf die Hygieneregeln hinweisen vor Geschäften, und frei zugängliche Desinfektionsmittelspender in den Betrieben - Corona hat auch die Arbeitswelt verändert. Jedes Unternehmen muss derzeit seine Sicherheitskonzepte überarbeiten, damit ein maximaler Schutz vor dem Virus gegeben ist.

So schwierig sei das aber gar nicht, versichert Sabine Breuer. Im Januar hat sie sich mit ihrem Unternehmen "Safety Steps" selbständig gemacht. Konzepte für den Arbeitsschutz und die Unterweisung der Beschäftigten zum richtigen Verhalten und Arbeiten sind der Schwerpunkt. Breuer ist ausgebildete Meisterin für Veranstaltungstechnik und hat eine Zusatzausbildung als Fachkraft für Arbeitssicherheit. Erfahrungen hat sie außerdem als Präventionsberaterin bei der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik gesammelt. Sie hat einige Jahre lang nebenberuflich Veranstalter im Olympiapark und Theater beraten und wollte sich mit ihrer eigenen Firma jetzt vor allem auf die Veranstaltungsbranche konzentrieren.

Diesen Bereich hat das Virus derzeit allerdings gestoppt, umso mehr wird Breuers Expertise bei ihren Kunden aus Handel, Gastronomie, aber auch bei Firmen und Gemeinden nachgefragt. Auch die Kommunen Gauting und Geltendorf zählen zu ihren Kunden.

"Infektionsschutz und Hygiene waren immer schon Themen bei den Arbeitgebern", sagt Breuer. Die bestehenden Konzepte müssen jetzt lediglich erweitert werden. "Wenn die Geschäfte wieder öffnen und die Schulen allmählich ihren Betrieb wieder aufnehmen, sind technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen unerlässlich, wenn es zu keinem Rückfall kommen soll", erklärt die 40-jährige Weßlingerin.

Bei Behörden und Dienstleistern müsse außerdem eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden, "wenn beispielsweise die körperliche Nähe unvermeidlich ist wie in Friseursalons, aber auch wenn Warteschlangen vermieden und ein Zutritt gesteuert werden muss wie im Baumarkt". Die meisten Firmen "werden das gut umsetzen können", ist sich die Weßlingerin sicher. Sie bietet auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittene spezielle Corona-Infektionsschutz-Maßnahmen an. "Es muss alles auf den jeweiligen Einsatzort passen, wirtschaftlich sein und Sinn machen", betont sie.

In Büros könnte das beispielsweise bedeuten, dass die Mitarbeiter in Schichten oder im Homeoffice arbeiten müssten, falls die Arbeitsplätze nicht mit Trennwänden und genügend Abstand voneinander gesichert werden könnten. Schutzmasken und Desinfektionsmöglichkeiten könnten nötig sein. Für Einkaufsmärkte wären Zugangskontrollen und Absperrgitter angebracht, um die Kundenströme zu kontrollieren. Und bei Sitzungen müsste neben dem Abstand auch auf das Lüften geachtet werden. Es dürften keine Unterschriftenlisten mit einem Stift herumgereicht werden und "kein Büffet!", mahnt Breuer. Das Schutzkonzept dürfe nicht in einer Schublade verschwinden, sondern müsse für jeden Mitarbeiter einsehbar sein. Dazu komme, dass einmal im Jahr die Belegschaft geschult werden müsse. "Sicherheit wird ein großes Thema bleiben", sagt Breuer.

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Quelle:
SZ vom 18.05.2020
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