Süddeutsche Zeitung

Verkehr:Starnberger Straßenmalereien

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Radweg, Abbiegespur, Parkplätze: Die Stadt hat viele der geänderten Regelungen wieder zurückgenommen und durch neue ersetzt.

Von Peter Haacke, Starnberg

Verkehrsführung in Starnberg ist vor allem Chefsache: Seit Bürgermeisterin Eva John über die Planungshoheit im innerstädtischen Straßennetz verfügt, gab es - abgesehen von mehr Zebrastreifen und Querungsinseln - noch weitere Änderungen auf innerörtlichen Wegen, über deren Sinnhaftigkeit in der Kreisstadt immer wieder diskutiert wurde - zumal die Anordnungen aus dem Rathaus bisweilen im krassen Gegensatz zu den Empfehlungen der Fachleute standen, etwa von Polizei, Verkehrsbehörden, Feuerwehr oder Staatlichem Bauamt. Manches erwies sich in der Folge dann tatsächlich als unpraktisch, unsinnig, wirkungslos oder sogar rechtswidrig. Die Stadt hat daher einiges wieder geändert, was sie zuvor eingeführt hatte. Hier eine Auswahl der jüngsten verkehrsrechtlichen Entscheidungen der Stadt Starnberg.

Seestraße: In Percha wird der umstrittene Radstreifen in der Seestraße wieder entfernt. 2017 hatte es dazu noch große Aufregung gegeben: Anlieger und Badegäste ärgerten sich über entfallene Parkplätze, das Landratsamt ordnete vergeblich die Beseitigung der Markierungen an. An den Verhältnissen änderte sich allerdings nichts. Durch eine Umwidmung zur Fahrradstraße auf Antrag der "Parteifreien" ist der Radstreifen nun entbehrlich geworden.

Hanfelder Straße/Oßwaldstraße: An der Kreuzung zum Kreiskrankenhaus bergauf gibt es künftig wieder eine Linksabbiegespur - zu groß war die Verwirrung unter den Autofahrern, zumal sich in Verkehrsspitzenzeiten immer länger werdende Autoschlangen am Hanfelder Berg bildeten. Auch der markierte Radstreifen, der sich bereits teilweise auflöst, steht in der Kritik. Die Entscheidung für die Linksabbiegespur zum Krankenhaus traf der Stadtrat.

Rheinlandstraße: Als wichtiger Bypass zur Entlastung der B2 gilt die Rheinlandstraße. Vorm Gymnasium wurde der Gehweg verbreitert, doch das Verkehrsaufkommen blieb. Und den letzten Parkplatz unmittelbar vor der Ferdinand-Maria-Straße zieren derzeit Verbotsschilder. Die weitere Planung: Im Bereich von Feuerwehr und Post soll ein zusätzlicher Fahrradweg angelegt und die Parkplätze auf die andere Straßenseite verlegt werden. Was die Fachstellen davon halten, ist bislang unbekannt.

Riedeselstraße: Fahrbahnmarkierungen mit der Aufschrift "Bus" signalisieren den Verkehrsteilnehmern seit Kurzem: In der Riedeselstraße hält hier zeitweise ein Bus.

Unterer Seeweg: Das Parkverbot auf dem Unteren Seeweg, auf dem es nur noch eine Haltezone und drei Behindertenparkplätze gibt, brachte vor allem Nutzer des städtischen "Steininger"-Badegeländes auf die Palme. Für die Zone mit eingeschränktem Halteverbot unter Berücksichtigung der Mindestfahrbahnbreite ließ die Verwaltung nun den Bahndamm angraben. Das Einfahrtsverbot zum Seeweg durch den nördlich gelegenen schmalen Tunnel indes wird weitgehend ignoriert - sowohl von Ortsfremden als auch von Anwohnern.

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Quelle:
SZ vom 24.07.2019
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