Süddeutsche Zeitung

Starnberg:Millionen für die Musikschule

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Der historische Bau an der Mühlbergstraße soll modernisiert werden. Von Haustechnik und Elektroinstallation bis Wärmedämmung und Brandschutz fehlt es an allen Ecken und Enden. Das kostet eine Menge Geld

Von Peter Haacke, Starnberg

Vorzeige- und Prestigeobjekt ist die 1973 gegründete Musikschule der Stadt Starnberg. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen, das auch die angrenzenden Gemeinden Berg und Pöcking unterstützen. 1989 stellte die Stadt der Musikschule eine eigene Liegenschaft zur Verfügung: Das 1898 errichtete ehemalige Krankenhaus und spätere Altenheim in der Mühlbergstraße 4. Das Gebäude wurde den neuen Anforderungen entsprechend umgebaut. Doch das Haus ist nicht in Top-Zustand; längst werden die Gegebenheiten nicht mehr den Anforderungen eines modernen Instituts gerecht. Die Stadtverwaltung möchte das Gebäude daher schon seit geraumer Zeit umfassend sanieren, doch das hat seinen Preis. Nach einer ersten Schätzung kostet die Sanierung voraussichtlich etwa 4,5 Millionen Euro; der Bauausschuss stimmte der Planung grundsätzlich zu.

Das Gremium befasste sich am Montag mit der Angelegenheit, für die Bürgermeisterin Eva John intensiv warb. Vor der Sitzung hatte sie für den Ausschuss einen Ortstermin mit dem Architekt Benedikt Sunder-Plassmann aus Greifenberg, Schulleiterin Cornelia Lee-Winser und Stadtbaumeister Stephan Weinl anberaumt. Die Bestandsaufnahme ist ernüchternd: Abgesehen von veralteter Haustechnik und Elektroinstallation mangelt es an Brandschutz und Wärmedämmung an Dach und Fassade. Weder gibt es einen barrierefreien Zugang noch behindertengerechte Toiletten. Zudem genügt - abgesehen von einem allgemein zunehmenden Raummangel - die akustische Dämmung den Erfordernissen einer Musikschule nicht. Der Holzboden könnte marode sein, neben einem zweiten Treppenhaus soll auch ein Fahrstuhl eingebaut werden.

Gebäude wie Umfeld weisen erhebliche Missstände auf, lautet der Befund der Stadtverwaltung. Um die Mängel zu beseitigen sowie "Erhalt und dauerhafte Nutzung durch die Musikschule sicherzustellen, besteht zeitnah dringender Handlungsbedarf", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Stadtverwaltung hatte bereits im vergangenen Sommer einen Förderantrag gestellt, im November folgte die Zusage über eine Million Euro im Rahmen des Programms "Soziale Integration im Quartier". Zudem ist laut Aussagen der Regierung von Oberbayern zum Ausbau von Barrierefreiheit und Brandschutz eine Förderung bis zu 60 Prozent möglich; eine Zusage liegt allerdings noch nicht vor.

Im Bauausschuss traf das Vorhaben überwiegend auf Zuspruch, doch es gab auch kritische Zwischentöne: Angelika Kammerl (Parteifreie) monierte, dass die Prioritäten für marode Gebäude im Eigentum der Stadt doch eher beim Hotel Bayerischer Hof und dem historischen Bahnhof liegen sollten. Sie habe nichts gegen eine Sanierung der Musikschule, aber für Hotel und Bahnhof gebe es bereits seit 2016 konkrete Aufträge. "Sie haben diese Aufträge nicht ausgeführt", sagte Kammerl. Auch Franz Heidinger (Bürgerliste), der das Vorhaben lieber zurückstellen wollte, stimmte dagegen: "Es bleiben noch immer drei Millionen, die wir zahlen müssen", sagte er.

Noch in diesem Jahr sollen die Planungen mit den Ausschreibungen des Verfahrens beginnen; die jeweiligen Vorschläge sollen dem Bauausschuss vorgelegt werden. Im Sommer 2020 könnte der Umzug der Musikschule in ein Ausweichquartier oder auch an mehrere Standorte erfolgen; wohin, ist bislang jedoch ebenso unbekannt wie die Höhe der erwarteten Mietkosten. Von Herbst 2020 bis Sommer 2022 sollen dann Handwerker die Regie in der Musikschule übernehmen, im Anschluss daran sollen von Sommer bis Herbst 2022 auch die Außenanlagen umgestaltet werden. Und danach können Ensembles, Orchester, Solisten und Chöre aller Altersgruppen wieder in die angestammten und modernisierten Räume einziehen.

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SZ vom 16.02.2019
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