Süddeutsche Zeitung

Immobilien und Mieten im Landkreis Starnberg:Zwei Millionen Euro für ein Haus

Die Preise steigen kaum oder gar nicht - mit Ausnahme eines Orts, der einen neuen Rekord erreicht. So teuer ist das Wohnen in den Gemeinden des Landkreises.

Von David Costanzo

Auch Reichtum hat seine Grenzen. Immobilienkäufer und Mieter sind nicht bereit, immer noch mehr für Häuser und Wohnungen zu zahlen. Im Landkreis steigen die Preise kaum noch oder stagnieren sogar, wie der neue Marktbericht des Immobilienverbands Deutschland Süd für das Münchner Umland zeigt. Schließlich ist das Wohnen zwischen Starnberger See und Ammersee jetzt schon so teuer wie sonst nur in der Landeshauptstadt - eine Gemeinde erzielt sogar einen neuen Millionen-Rekord. Dass die Preise nicht einmal während der Corona-Pandemie sinken, führt die Studie auch auf das knappe Angebot zurück: "Die zum Teil durchaus regen Bautätigkeiten beschränken sich auf Substitutionen oder Nachverdichtungen. Die dringend benötigte Ausweisung von neuem großflächigem Bauland findet nicht statt." Die in der Studie verzeichneten Gemeinden im Überblick:

Starnberg

Die Marktforscher sprechen von einer "Seitwärtsbewegung". Doppelhaushälften etwa kosten genau so viel wie vor einem halben Jahr - im Schnitt 1,3 Millionen Euro, im Neubau sogar 1,5 Millionen. Bei Einfamilienhäusern beobachten die Experten einen Anstieg um 0,3 Prozent - auf 1,8 Millionen. Eigentumswohnungen verteuern sich im Neubau minimal auf 7930 Euro pro Quadratmeter, im Bestand auf 6410 Euro. Gleichbleibend präsentieren sich die Mieten, die bei 17,10 Euro im Altbau, 17,70 Euro im Bestand und 20,80 Euro im Neubau im Monat pro Quadratmeter kalt rangieren.

Feldafing

Die Pläne für die Bebauung der Kaserne muss die Gemeinde in die Schublade legen. An den Preisen dürfte sich also wenig ändern. Einfamilienhäuser kosten 1,2 Millionen Euro, genau wie neue Doppelhaushälften, gebrauchte Reihenhäuser sind noch für knapp unter einer Million zu haben. Die Preise für Eigentumswohnungen variieren um 5100 Euro pro Quadratmeter im Bestand und 5600 Euro im Neubau.

Gauting

Zumindest leicht steigende Preise beobachten die Experten in Gauting. Dort gibt es das Einfamilienhaus für um die 1,5 Millionen Euro, gebrauchte Doppelhaushälften sind noch für 1,1 Millionen Euro zu haben. Eigentumswohnungen werden mit 7530 Euro pro Quadratmeter im Neubau aufgerufen und im Bestand mit 5600 Euro. Die Mieten wachsen leicht auf 15,80 Euro im Altbau, 16,10 Euro im Bestand und 17,50 Euro im Erstbezug pro Quadratmeter kalt.

Herrsching

Die Preise schwanken stark zwischen Zentrum und ländlicheren Ortsteilen. Das Angebot erweist sich nach Ansicht der Marktforscher als noch etwas kleiner als anderswo im Landkreis. Ein Häuschen schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, selbst neue Reihenhäuser kosten 1,3 Millionen. Etwas gesunken sind die Preise für gebrauchte Reihenhäuser auf 885 000 Euro. Die Mieten schwanken je nach Baujahr zwischen 13,90 und 18 Euro pro Quadratmeter. Neue Eigentumswohnungen verteuern sich auf 8650 Euro pro Quadratmeter.

Inning

In der im Vergleich günstigen Gemeinde ist das Einfamilienhaus noch für 1,1 Millionen Euro zu haben, Doppelhaushälften sind nur wenig billiger. Die Mieten liegen um 13 Euro pro Quadratmeter kalt.

Krailling

Nicht ganz so überhitzt wie anderswo präsentiert sich der Markt in Krailling. Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften im Bestand sollen für knapp unter einer Million Euro zu haben sein.

Pöcking

Der Rang als teuerstes Pflaster wurde Pöcking zwar von Tutzing abgelaufen. Häuser für 1,9 Millionen Euro oder neue Doppelhaushälften für 1,6 Millionen kann sich aber immer noch kaum jemand leisten.

Tutzing

Zwei Millionen Euro: Das ist der ermittelte Preis für ein Einfamilienhaus - neuer Rekord im Fünfseenland und ein Plus um mehr als 100 000 Euro im Jahresvergleich. Auch neue Eigentumswohnungen verteuern sich auf 7780 Euro pro Quadratmeter.

Wörthsee

Selbst hier kosten Häuser schon 1,2 Millionen Euro, neue Doppelhaushälften sogar 1,3 Millionen.

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Quelle:
SZ vom 13.07.2021
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