Süddeutsche Zeitung

Fünfseen-Filmfestival:Handel und Wirtschaft entdecken das Kino für sich

Im 15. Jahr ziehen erstmals Starnberger Einzelhändler, Lokale und Unternehmer mit dem cineastischen Großereignis mit und bieten Rabattaktionen und Verlosungen für Kinoliebhaber an.

Von Cora Krüger

14 Jahre hat es gedauert, bei der 15. Ausgabe des Fünfseen-Filmfestivals ist es endlich so weit: Erstmals gibt es eine größere Initiative, die das Kinofest stärker mit der Kreisstadt verknüpfen und gleichzeitig ortsansässigen Unternehmen und Gastronomiebetrieben mehr Aufmerksamkeit bescheren soll. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem 50 blaue Liegestühle, die in ganz Starnberg verteilt werden. Ins Leben gerufen hat die Aktion das Filmfestival selbst, die Stadt Starnberg, die GWT (Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis) und die Cityinitiative Starnberg. Auch diese Zusammenarbeit ist eine Premiere.

Rund 50 Einzelhändler, Gastronomiebetriebe und Unternehmen beteiligen sich an der Aktion, die in diesem Jahr noch auf Starnberg begrenzt ist. In der Zeit zwischen dem 18. und 30. August wollen sie die blauen Liegestühle vor ihre Türen stellen und so ihre Teilnahme signalisieren. Neben dem symbolischen Charakter - die Stühle sollen Zusammenhalt und die Verbundenheit zu dem Festival zeigen, das im Jahr vor der Pandemie rund 21 000 Besucher anzog - haben alle Beteiligten spezielle Aktionen für ihre Kunden vorbereitet.

Im Bekleidungsgeschäft "Zauberhaft" zum Beispiel bekommen alle Besucher, die ein Ticket für das Filmfestival vorzeigen, gratis ein Glas Prosecco. Bei "Petite Maison" gibt es für Cineasten kostenlos Kaffee, in anderen Läden Rabattaktionen oder Verlosungen, auch eine eigene Eissorte soll kreiert werden.

Entstanden ist die Idee zu der Initiative bei den "Dienstagsstammtischen", zu denen sich unter anderem Vertreter der Stadt und der GWT seit Anfang des Jahres getroffen hatten. Man habe sich viele Gedanken darüber gemacht, wie man die Innenstadt beleben könne, da dort gerade durch Corona sehr wenig los sei, so Christiane Pelz von der Stadt.

Ein wesentlicher Teil der Initiative ist eine große Social-Media-Kampagne, mit der das Team viele Menschen erreichen will. Kunden können sich in den Liegestühlen ablichten lassen und die Bilder zusammen mit verschiedenen Hashtags auf Facebook oder Instagram teilen. Zusätzlich sollen auch Stargäste des Filmfestivals wie zum Beispiel Senta Berger und Michael Bully Herbig auf den Stühlen fotografiert werden. Davon erwarte man sich noch zusätzliche Aufmerksamkeit für die Aktion, erklärte Maren Martell vom Team des Festivals.

Von der Initiative erwarte man sich sowohl für die Stadt als auch für das Kinospektakel positive Ergebnisse. "Wir hoffen auf Synergieeffekte für beide Seiten", sagte Martell.

Während man in Starnberg vor allem auf Aufmerksamkeit für die ortsansässigen Betriebe aus ist, wünscht man sich beim Festival unter anderem neue Filmpatenschaften. Diese werden meist von Vereinen, Stiftungen oder Firmen übernommen. Filmpatenschaften gibt es ab 500 Euro, im Gegenzug bekämen die Unterstützer ein Werbepaket und dürften sich dem Publikum vorstellen. 40 Sponsoren seien es 2021, "mehr als im vergangenen Jahr", freute sich Nancy Dlusztus vom Filmfestival. 80 Prozent der Paten kommen aus dem Landkreis Starnberg.

Zwar hatten die GWT und das Filmfestival nach eigenen Angaben schon zuvor zusammengearbeitet, unter anderem gab es 2018 eine Aktion mit der "Blauen Couch". Doch die Kooperation mit der Cityinitiative und der Kreisstadt ist neu. Und dass ortsansässige Unternehmen mitziehen und sich Aktionen zum Festival einfallen lassen, hat es in diesem Umfang auch noch nicht gegeben.

Die Beteiligten können sich vorstellen, ihre Zusammenarbeit in Zukunft fortzuführen. "Wenn wir uns nicht verstreiten, machen wir das nächstes Jahr wieder", sagte Dorothee Schwarz vom Filmfestival mit einem Augenzwinkern.

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SZ vom 05.08.2021
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