Süddeutsche Zeitung

Berg:Marianne-Strauß-Klinik plant Erweiterung

Das oft überbelegte Fachkrankenhaus für Patienten mit Multipler Sklerose will die Zahl seiner Betten erhöhen.

Von Sabine Bader

Die Marianne-Strauß-Klinik leidet seit Jahren unter chronischem Platzmangel. Da die überregional bekannte Fachklinik für Multiple Sklerose (MS) einen guten Ruf genießt, wollen sich dort stets weit mehr Patienten behandeln lassen, als man derzeit tatsächlich aufnehmen kann. Das Haus, das längst zu einer festen Größe der Kliniklandschaft rund um München wurde, ist folglich nicht nur ständig voll ausgelastet, sondern häufig sogar überbelegt. Und das, obwohl die Zimmer, was ihre Größe angeht, nicht mehr den heutigen Mindeststandards entsprechen. Was vor allem für die Patienten, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, von Belang ist.

Auch gibt es nach Angaben der Klinik im Haus generell zu wenig Lagerflächen für Hilfsgeräte der Patienten wie Rollstühle, Badewannenlifter, Gehhilfen und Diagnosegeräte. Die Folge: Sie stehen notgedrungen auf den Fluren der Stationen und sind damit nicht nur den Patienten und dem medizinischen Fachpersonal im Weg, sondern stellen auch unter dem Gesichtspunkt des Brandschutzes ein Problem dar.

All diese Mängel will die Akut-Klinik schnellstmöglich beseitigen und plant eine Erweiterung. Der bayerische Krankenhausplanungsausschuss hat einer Erhöhung der Bettenanzahl bereits zugestimmt. Und auch die Berger Gemeinderäte stehen den Neubauplänen des Krankenhauses positiv gegenüber. In der jüngsten Sitzung stimmte das Gremium einstimmig dafür, den Flächennutzungsplan der Gemeinde so zu ändern, dass damit die rechtlichen Voraussetzungen für das Bauvorhaben geschaffen werden.

Obwohl der Kommune noch keine konkreten Planungen vorliegen, ist die Marschroute klar. Laut Gemeindeverwaltung will die Klinik die Anzahl der Patientenzimmer in der Tagesklinik von zwölf auf 15 aufstocken. Die Bettenkapazität auf den Stationen soll von insgesamt 100 auf 120 erhöht werden. Derzeit sind zwei Erweiterungsbauten im Gespräch. Einer von ihnen könnte im nördlichen Grundstücksteil auf dem Parkdeck am Milchberg errichtet werden, was den Flächenverbrauch minimiert. Den anderen Neubau will man in südlicher Richtung am Klinikgebäude platzieren und dabei ebenfalls darauf achten, dass auch hier möglichst wenig Fläche der Parkanlage mit ihren großen alten Bäumen zugebaut wird. Professor Ingo Kleiter hat 2016 die Chefarztstelle in der Marianne-Strauß-Klinik übernommen. Bereits zu dieser Zeit waren den Berger Gemeinderäten die Erweiterungswünsche der Klinikleitung bekannt.

Die MS gilt als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern - und sie zeigt bei jedem Patienten ein anderes. Niemand kann sagen, wie die Erkrankung verlaufen wird. Darum ist sie auch schwer zu behandeln. Die Berger sind stolz darauf, die bundesweit bekannte Fachklinik in ihrer Gemeinde zu haben. Sie wissen, dass die Ärzte und Pfleger, die hier beschäftigt sind, über ein besonders breites Wissensspektrum hinsichtlich der Multiplen Nervenerkrankung verfügen.

Stets standen sie in der Vergangenheit den Wünschen des Hauses wohlwollend gegenüber. Zumal die Klinikleitung auch immer mit offenen Karten gespielt und die Gemeinde bisher nie über ihre Pläne und deren zeitlichen Rahmen im Unklaren gelassen hat.

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Quelle:
SZ vom 15.09.2020
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