Süddeutsche Zeitung

Obergiesing:"University of Maryland" wird umgebaut

Auf dem Areal der früheren McGraw-Kaserne entstehen Wohnungen für Staatsbedienstete

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Das Areal der früheren McGraw-Kaserne war lange Zeit eine große Brachfläche, nur 20 Minuten vom Marienplatz entfernt. Jetzt soll dort ein Wohngebiet mit guter ÖPNV-Anbindung direkt vor der Haustür entstehen. Wie es in einer Mitteilung des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr heißt, gebe es jetzt Baurecht für das neue Projekt der Stadibau GmbH an der Soyerhofstraße. Die Stadibau wurde 1974 gegründet und errichtet Wohnungen für Staatsbedienstete.

Somit stehe dem Umbau der ehemaligen "University of Maryland" nichts mehr im Weg, mit den Arbeiten könne 2020 begonnen werden. Bereits von 2023 an sollen laut Ministerium die ersten Mieter ihr neues Zuhause beziehen. Rund 55 Millionen Euro investiert demnach die Stadibau in das Projekt. "Jede Familie, die in eine Wohnung der Stadibau ziehen kann, macht eine Wohnung auf dem Markt frei. Mit jeder fertiggestellten Wohnung entlasten wir den angespannten Mietmarkt in München", sagt Bayerns Bauminister Hans Reichhart (CSU).

Das 1941 errichtete Gebäude ist ein Stück Münchner Stadtgeschichte. Es war als Stabs- und Verwaltungsgebäude des "Reichsautozuges" Teil des fast vollständig erhaltenen Gebäudekomplexes der "Reichszeugmeisterei" und des "Hilfszuges Bayern" der Nationalsozialisten. Im Jahr 1945 übernahmen die US-Streitkräfte das Areal und benannten es um in "McGraw-Kaserne". Seit 1950 gab es die "University of Maryland" mit amerikanischem Einkaufszentrum, Kino und Bowlingbahnen. Seit Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus der McGraw-Kaserne 1992 stand das Gebäude leer, da keine geeignete Nachnutzung gefunden wurde.

Die Stadibau werde das historische Gebäude aufwendig sanieren und umgestalten, heißt es weiter von Seiten des Ministeriums. Im Endausbau sollen dort insgesamt 147 Wohnungen auf sieben Geschossebenen entstehen. Der Entwurf stammt aus der Feder von Kiessler Architekten GmbH (München) und dem Projektpartner Matt Architekten (Mauren-Liechtenstein). In die unteren Geschosse kommen Apartments mit Balkonen, auch rollstuhlgerechte Wohnungen mit Loggien sind eingeplant. Durch die neu errichtete Dachkonstruktion entstehen im Dachgeschossbereich weitere 32 Maisonette-Wohnungen. Aus Lärmschutzgründen orientieren sich alle Wohnnutzungen zu dem ruhigen begrünten Innenhof.

Unter dem entkernten Innenhof ist ein neues Garagengeschoss mit fast 50 Stellplätzen geplant. Auch auf der östlichen Seite des sogenannten McGraw-Grabens entstehen neue Wohnungen der Stadibau. In einem urbanen Wohnquartier, für das Anfang 2019 ein Planungswettbewerb abgeschlossen wurde, sollen einmal 560 Wohneinheiten unterkommen, zudem Kindertageseinrichtungen und ein Vollsortimenter. Nördlich daran anschließend, auf dem Areal der sogenannten Halle 19, prüft die staatliche BayernHeim GmbH derzeit ebenfalls eine Wohnungsbauentwicklung.

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Quelle:
SZ vom 14.12.2019
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