Süddeutsche Zeitung

Polizei in München:Paketbote soll Kundin vergewaltigt haben

Lesezeit: 1 min

Von Julian Hans

Ein Paketbote hat am Montag eine 20-jährige Frau an ihrer Wohnungstüre in Moosach überrumpelt und sie sexuell missbraucht. Der 30 Jahre alte Mann habe gegen 14.30 Uhr bei der Wohnung in einem Mehrparteienhaus geklingelt und der Frau zwei Pakete übergeben, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Demnach betrat der Mann die Wohnung der Auszubildenden, nachdem sie die Pakete angenommen hatte. Er umarmte sie mit Gewalt und fasste ihr unter die Oberbekleidung in den Intimbereich.

Dann versuchte er, die Frau ins Schlafzimmer zu drängen. Sie wehrte sich heftig, trotzdem drückte er sie zu Boden und versuchte, sie auszuziehen. Die 20-Jährige wehrte sich weiter und schrie laut, weshalb der Angreifer schließlich von ihr abließ und flüchtete.

Die Frau rief die Polizei. Die Ermittler konnten über seinen Arbeitgeber die Identität des Mannes feststellen und ihn Dienstagnacht in seiner Wohnung im Kreis Freising festnehmen. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen verheirateten Mann, der in der Vergangenheit noch nicht bei der Polizei mit Straftaten in Erscheinung getreten ist. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl. Das für Sexualstraftaten zuständige Kommissariat 15 ermittelt. Der Vorwurf lautet auf Vergewaltigung.

Seit der Verschärfung des Sexualstrafrechts 2016 wird nicht nur ein vollzogener Geschlechtsverkehr als Vergewaltigung gewertet. Selbst wenn der Täter nur mit einem Finger in eine Körperöffnung seines Opfers eindringt, ist nach geltendem Recht dieser Straftatbestand erfüllt.

Die junge Frau habe in ihrer Notlage alles richtig gemacht, lobte ein Polizeisprecher am Donnerstag: "Sie hat laut geschrien und sie hat gleich den Notruf gerufen." Präventionsexperten der Polizei raten dazu, sich bei Übergriffen mit aller Kraft zu wehren und laut zu schreien. Immer wieder können angegriffene Frauen so erreichen, dass die Täter aus Furcht, entdeckt zu werden, von ihnen ablassen und die Flucht ergreifen.

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Quelle:
SZ vom 29.11.2019
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