Süddeutsche Zeitung

Taufkirchen:Am Zacherlweg ist Expertise gefragt

Nachdem die Anwohner angehört wurden, soll ein Verkehrsplaner die Probleme lösen

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Die Entscheidung über die künftige Verkehrsführung am Zacherlweg in Taufkirchen ist vertagt. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat einstimmig beschlossen, eine Expertenmeinung einzuholen, um Lösungen für die immer wichtiger werdende Ost-West-Verbindung zu finden - auch mit Blick auf die Bauvorhaben am Edeka-Markt und an der Dorfstraße.

Dabei hatte die Gemeindeverwaltung im Vorfeld bereits mit Polizei, Feuerwehr und der Unfallkommission beratschlagt, da an der Einmündung vom Zacherlweg in die Tegernseer Landstraße "eindeutig ein Schwerpunkt vorliegt", wie Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) sagte. In der Folge entwickelte das Rathaus drei Varianten und legte diese auch den Anwohnern zur Abstimmung vor. Dass man nun im Nachgang einen Experten frage, bezeichnete Rosemarie Weber (SPD) als "unglücklich", weil damit "das Pferd von hinten aufgezäumt" werde. "Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass man erst einen Verkehrsplaner beauftragt und dann die Anwohner befragt", sagte Weber.

Diese hatten mehrheitlich dafür plädiert, den Zacherlweg ortseinwärts bis zur Wohnbebauung als Einbahnstraße auszuweisen, um auch weiterhin zur Dorfstraße zu gelangen. Diese Variante würde laut Polizei und Unfallkommission die Unfallgefahr an der Kreuzung zur Staatsstraße deutlich verringern. Gleiches gelte, wenn der gesamte Zacherlweg ortseinwärts als Einbahnstraße deklariert würde. Die dritte Variante sieht eine Einbahnstraße in Richtung Osten vor, was sich mit den Vorstellungen der Feuerwehr decken würde. Sie hatte sich dafür ausgesprochen, dass ihre Fahrzeuge weiter über den Zacherlweg zur Tegernseer Landstraße fahren können. Dies ließe sich aber auch mit der ersten Variante und dem Schild "Einsatzfahrzeuge frei" gewährleisten.

Der Zacherlweg ist - trotz Tempo 30-schon jetzt eine beliebte Verbindung zwischen dem Ortsteil Winning und der Staatsstraße. Durch den kürzlich eröffneten Supermarkt sowie die gerade im Bau befindliche und noch geplante Wohnbebauung am Riegerweg dürfte der Verkehr dort künftig zunehmen. Dabei sei der Zacherlweg "eigentlich zu klein" für dieses Aufkommen, sagte Thomas Vieweg (CSU). Er kritisierte, dass die drei Varianten die Straße nur "sehr isoliert" betrachten. "Was mir fehlt, ist eine Gesamtschau." Michael Lilienthal (Freie Wähler) schlug vor, eine Expertenmeinung einzuholen. Er nannte es "problematisch", sich nur an den Wünschen der Anwohner zu orientieren.

Alfred Widmann (SPD) brachte eine vierte Variante ins Spiel - die Sperrung des Zacherlwegs ab der Wohnbebauung, ausgenommen für Radler und Einsatzfahrzeuge. "Diese Lösung halten wir im Moment für die glücklichste", sagte Widmann, betonte aber: "Was wir jetzt beschließen, gilt nur die nächsten drei, vier Jahre. Sobald wir mit der Bebauung näher ranrücken, muss man den Zacherlweg in ein Verkehrskonzept mit einbeziehen."

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Quelle:
SZ vom 19.11.2020
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