Süddeutsche Zeitung

Mobilität:Stadtbus fährt 2023 elektrisch

Garching übernimmt Mehrkosten für Umrüstung der Linie 290

Der erste Vertreter einer neuen Busgeneration könnte in einigen Monaten durch Garching und Hochbrück rollen. Die Stadt hat sich dafür ausgesprochen, von Dezember 2023 an auf der Linie 290 batteriebetriebene Busse einzusetzen. Solche E-Busse sind bereits seit 2019 in Unterföhring im Einsatz; in Taufkirchen, Oberhaching, Fürstenried und eben Garching soll das Pilotprojekt nun fortgesetzt werden.

Die Kosten für die Umstellung teilen sich der Landkreis und die Stadt. Der Landkreis übernimmt die Kosten, die bei einem normalen Betrieb von Dieselbussen auf Nahverkehrsstandards entstehen würden. Garching trägt die Kosten für den Kauf und die Errichtung der Ladeinfrastruktur sowie die laufenden Kosten für den Service. Ein vom Landkreis beauftragtes Verkehrsberatungsbüro hatte Garching für das Vorhaben Kosten von 522 000 Euro netto über zehn Jahre prognostiziert. Möglicherweise kann für die Ladeinfrastruktur eine Förderung in Anspruch genommen werden. Was den Stadtpolitikern die Entscheidung für eine Zusage erleichterte, war eine Nachricht des Beratungsbüros, die erst kurz vor der Stadtratssitzung eingegangen war: Nach neuesten Erkenntnissen verringern sich der voraussichtliche Garchinger Anteil auf geschätzt lediglich knapp 200 000 Euro für zehn Jahre.

Hintergrund der plötzlichen Kostenminderung sind die Planungen zum Aufbau der Ladestation für die Elektrobusse in Garching. Zwei Standorte waren dafür im Gespräch, die Haltestelle an der Jahnstraße in Hochbrück sowie die vorgesehene Wendeschleife der Stadtbuslinie 290 im geplanten Neubaugebiet "Kommunikationszone". Da noch nicht absehbar ist, wann die Bauarbeiten für die Kommunikationszone beginnen können, hat sich die Jahnstraße nun als Standort für die E-Ladesäule herauskristallisiert. Und dort muss die Stadt, anders als bislang angenommen, keine neue Trafostation einrichten; nach Auskunft der Stadtwerke München an das Beratungsbüro kann Garching den erforderlichen elektrischen Netzanschluss stattdessen über die bestehende Trafostation in der Kirchstraße, schräg gegenüber der Haltestelle, legen.

Unter diesen Umständen stimmten alle Stadträte dem "konkreten Klimaschutzprojekt" wie es Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) nannte, zu, auch wenn nicht alle die Elektromobilität als alleinige Zukunftsstrategie sahen. Die Stadt solle sich zudem dafür einsetzen, dass die Busse auch mit Ökostrom betankt werden, forderte Hans-Peter Adolf (Grüne).

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Quelle:
SZ vom 31.03.2021 / gna
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