Süddeutsche Zeitung

Immobilienpreise:1,7 Millionen Euro fürs Einfamilienhaus

Wohnraum ist trotz der Corona-Krise knapp im Landkreis. Deshalb bleiben die Preise hoch

Wer kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Oberhaching 1,7 Millionen Euro hingelegt hat, um für die Familie ein freistehendes Einfamilienhaus in guter Wohnqualität zu erstehen, muss sich nicht grämen. Die Marktforscher des Immobilienverbands Deutschland (IVD) erwarten trotz Krise wegen des nach wie vor knappen Angebots keine Kehrtwende bei den Kaufpreisen für Häuser und Wohnungen im Landkreis München. Von Herbst 2019 bis Frühjahr 2020 war der Preis für ein Eigenheim im besonders nachgefragten Oberhaching wieder um 4,1 Prozent gestiegen. Bei den Mieten ging es im Landkreis insgesamt moderater nach oben. Teils stagnierten sie auf hohem Niveau.

Die Corona-Krise hat an den bestimmenden Größen des Immobilienmarkts im Landkreis München nach bisherigem Stand nichts Grundlegendes geändert. Die gute Verkehrsanbindung besonders auch im Norden mit dem Flughafen, die Nähe zum attraktiven Voralpenraum im Süden - all das hält in Verbindung mit der starken Wirtschaft die Nachfrage hoch. Wobei es bei letzterem auch im Landkreis zumindest kleine Fragezeichen gibt. Die Makler beschäftigt etwa die weitere Entwicklung des Luft- und Raumfahrtstandorts in Ottobrunn. Mit dem Projekt "Kirchheim 2030", mit Bauvorhaben in Unterschleißheim oder auf der Stumpfwiese in Unterhaching wird Wohnraum geschaffen. Dennoch: Es sei zu wenig, heißt es. Einige Gemeinden wie Oberhaching, Sauerlach oder Grünwald setzten ganz auf bewusst auf moderates Wachstum.

Der Wert eines freistehenden Einfamilienhauses in Unterschleißheim ist innerhalb von einem halben Jahr von 930 000 auf 950 000 Euro gestiegen, in Unterhaching ging es von 922 000 auf 945 000 Euro nach oben und in Kirchheim von 965 000 auf 983 000 Euro. Mietwohnungen ab dem Baujahr 1950 bei gutem Wohnwert blieben in Unterschleißheim bei 14,40 Euro Mietzins pro Quadratmeter. Bei einer vergleichbaren Wohnung in Unterhaching stieg die Miete von 14,10 Euro auf 14,30 Euro. Und in Höhenkirchen-Siegertsbrunn etwa, wo die Marktforscher einen starken Zuzug von Familien bei einer regen Bautätigkeit beobachten, stagnierte die Miete pro Quadratmeter bei 13,10 Euro.

Potenzial für Bautätigkeit wird an den Bahnästen gesehen, wo die Deutsche Bahn verstärkt auch Betriebswohnungen schaffen möchte. Der Genossenschaftsbau werde an Bedeutung zunehmen, heißt es. Der IVD-Bericht streicht den Ausbau der Infrastruktur heraus, wie etwa bei Nahverkehr und Schulen. Gewerbegebiete entstünden. Die Ausweisung von Bauland hinke hinterher.

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Quelle:
SZ vom 21.07.2020 / belo
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