Süddeutsche Zeitung

Kultur im Viertel:Neustart mit "Laim_up"

Der erst 2017 gegründete Inlaim-Verein spaltet sich auf. Offenbar gab es Querelen unter den ehemaligen Mitstreiterinnen

Von Christina Seipel, Laim

Urban und partizipativ - das sind die Handlungsmaximen eines neuen Vereins, der aktuell in Laim entsteht und deshalb auch "Laim_up" heißen soll. Der Verein geht aus der 2017 gegründeten Initiative "Inlaim" hervor. Mit Laim_up will ein Teil der Aktiven nun das Engagement für Kunst, Kultur und nachbarschaftliche Begegnung im Viertel fortsetzen. Warum sich die Bürgerinitiative gerade jetzt, nachdem ihr Stadtteil- und Kulturladen an der Guido-Schneble-Straße 24 im Juni endlich fertig geworden ist, spaltet? "Die persönliche Situation von einigen Mitstreiterinnen hat sich verändert", erklärt Sophie Johanna Kaiser, die gemeinsam mit Petra Stockdreher, Sevda Cakir und anderen ehemaligen Inlaim-Aktiven den neuen Verein ins Leben ruft, die personelle Entwicklung. Die wenigen, die nicht weitermachen, hätten einen anderen Schwerpunkt gesetzt, begründet Stockdreher deren Ausscheiden. Und sie verrät: "Wir sind nicht im Guten auseinandergegangen."

Doch noch müssen die Laim_up-Initiatorinnen um die Gründung ihres Vereins bangen, denn der eingereichte Satzungsentwurf sei vom Finanzamt schon zum zweiten Mal abgelehnt worden, berichtet Sophie Kaiser. Der Grund: Es seien zu viele Ziele in der Vereinssatzung aufgeführt. "Unser bereits praktizierter interdisziplinärer und spartenübergreifender Ansatz von Vereinszwecken der Förderung so wichtiger Gebiete wie internationale Verständigung, Wissenschaft, Kunst und Kultur soll nun von uns reduziert werden - auf was?", entrüstet sich Kaiser. Die Begründung des Finanzamts sei aus ihrer Sicht nur schwer nachvollziehbar. Denn die genannten Ziele würden nicht nur der bisherigen Arbeit von Inlaim entsprechen, auch die Mitglieder des neuen Vereins wollten künftig Aktionen entwickeln, die diese drei Förderzwecke miteinander verbinden.

Schon einmal habe das Finanzamt einen Entwurf abgelehnt mit der Begründung, dass "die Zusammenhänge der Ziele nicht förderfähig" seien. "Wir stecken bei der Prüfung der Gemeinnützigkeit scheinbar in größeren politischen Auseinandersetzungsprozessen", befürchtet die Künstlerin. Doch die Vereinsgründerinnen geben ihr urbanes Stadtteilprojekt und die gesteckten Ziele so schnell nicht auf. Sophie Kaiser bleibt optimistisch: "Wir sind für Unterstützung und Beratung sehr offen und hoffen, dass Politik, Verwaltung und das Finanzamt unsere Vorhaben verstehen und unterstützen werden."

Ausgangspunkt der Aktionen soll weiterhin der Laden an der Guido-Schneble-Straße 24 bleiben. In einer aktuellen Ausstellung zeigt Laim_up dort Arbeiten der Hochschule München, in denen Studenten utopische und praktische Vorschläge zu einer veränderten Fürstenrieder Straße darstellen. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. September jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr und von 19 bis 20 Uhr sowie nach Vereinbarung zu sehen.

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Quelle:
SZ vom 28.08.2020
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