Süddeutsche Zeitung

Fürstenfeldbruck:Verschärfte Regeln gegen Corona

Weniger Gäste bei Privatfeiern, eingeschränkter Besuch im Krankenhaus, Änderungen beim Religionsunterricht: Das Landratsamt Fürstenfeldbruck reagiert auf die deutlich steigende Zahl der Infizierten

Von Andreas Ostermeier, Fürstenfeldbruck

Aufgrund der vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat das Landratsamt am Montag weitere Vorschriften erlassen, die die Verbreitung des Virus eindämmen sollen. Diese neue Verfügung, die von Dienstag an gilt, beschränkt vor allem die Personenzahl bei Besuchen von Gaststätten und privaten Feiern. So ist beispielsweise der Besuch eines Lokals nur mit nahen Angehörigen oder Personen aus zwei Hausständen erlaubt. Sitzen andere Personen an einem Tisch, so dürfen es nicht mehr als fünf sein. Bei privaten Einladungen, wie Hochzeiten oder Beerdigungen, sind in geschlossenen Räumen nur maximal 25 Personen zugelassen, im Freien bis zu 50. Keine Änderungen gibt es für den Besuch von Theatern oder Kinos. Hier gelten nach wie vor die Abstandsregeln, die vorschreiben, dass zwischen nicht zusammenlebenden Personen ein Abstand von 1,50 Meter bestehen muss.

Von weiteren Einschränkungen sind auch die Schulen im Landkreis betroffen. An Schulen, an denen seit 5. Oktober und bis 19. Oktober (solange gilt die neue Regelung) Quarantäne für einzelne Klassen angeordnet worden ist oder wird, darf Unterricht nur noch in festen Klassenverbänden stattfinden. Das bedeutet, dass es dort keinen jahrgangsübergreifenden Religionsunterricht mehr gibt. Dies hatten zuletzt Eltern heftig kritisiert. Nun muss jede Klasse ihren eigenen Religionsunterricht erhalten. Eingeschränkt wird auch der Besucherkreis in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altenheimen. Bis Montag kommender Woche darf pro Tag nur ein Mitglied aus der Familie zu einer festen Zeit zu Besuch kommen. Minderjährige dürfen von beiden Eltern oder Erziehungsberechtigten gemeinsam besucht werden.

Mit 47 Neuinfektionen übers Wochenende hat die Verbreitung des Virus einen Spitzenwert seit dem Ende der Sommerferien erreicht. Auf dem bisherigen Höchstwert - seit der Berechnung durch das Landratsamt - ist auch die Inzidenzzahl angekommen. Für den Montag nannte die Kreisbehörde einen Wert von 68,18. Das bedeutet, dass sich in den vergangenen sieben Tagen mathematisch 68,18 Männer und Frauen pro 100 000 Landkreisbewohner angesteckt haben. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie infizierten Einwohner aus dem Landkreis hat sich damit auf 1529 erhöht. Was die Ansteckungsrate angeht, so ist sie im Landkreis Fürstenfeldbruck weit höher als in den Nachbarlandkreisen Dachau, Starnberg, Landsberg und Aichach-Friedberg. Nur zur Landeshauptstadt ist der Abstand gering. Das geht aus Zahlen hervor, die das Landesamt für Gesundheit für den vergangenen Samstag veröffentlicht hat.

Unter den neuen positiven Fällen befinden sich neun neue (zusätzlich zu bereits zwei am Freitag gemeldeten), die auf eine private Geburtstagsfeier mit 13 Teilnehmern (zwei Testergebnisse stehen noch aus) zurückzuführen sind, sowie ein Familienverband mit insgesamt acht positiv getesteten Mitgliedern. Aus einer Firma im Landkreis sind fünf positive Fälle bekannt, darunter Männer und Frauen, die von Reisen zurückgekommen sind. Außerdem zwei weitere Reiserückkehrer, sie sich in der Balkanregion aufgehalten hatten. Außerdem müssen etliche Schülerinnen und Schüler noch zu Hause bleiben, weil es in ihren Schulen positiv getestete Mitschüler gegeben hat. Dazu gehören laut Landratsamt das Gymnasium Olching mit drei siebten Klassen, das Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck mit einer zehnten Klasse sowie die Q 11 des Gymnasiums Gröbenzell.

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Quelle:
SZ vom 13.10.2020
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