Süddeutsche Zeitung

Stadtrat billigt Jahresabschluss:Gewinn erwirtschaftet

Kläranlage schließt mit Plus von 271 000 Euro ab

Von Alexander Kappen, Moosburg

Die Moosburger Kläranlagen GmbH hat im Jahr 2020 einen Überschuss in Höhe von gut 271 000 Euro erwirtschaftet. Der Betrag wird zusammen mit dem Plus des vorangegangenen Jahres (knapp 559 000 Euro) verrechnet, so dass ein Betrag von etwa 830 000 Euro auf die neue Rechnung vorgetragen, also ins kommende Jahr mitgenommen wird. Wirtschaftsprüfer Johann Pentenrieder hatte am Jahresabschluss 2020 ebenso wenig auszusetzen wie der Stadtrat, der das Zahlenwerk in der vorliegenden Form in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zur Kenntnis nahm und den Aufsichtsrat entlastete.

Kläranlagen-Geschäftsführerin Angela Hagl erläuterte die Zahlen in der Sitzung etwas näher und berichtete dabei von einem Gesamtumsatz von etwa 3,6 Millionen Euro. Größter Einnahmeposten sei das Betreiberentgelt gewesen. "Mit dem Betreibervertrag vom 24.10.2016 auf Basis der Selbstkostenkalkulation konnten die erheblichen Sanierungs- und Wartungsverpflichtungen finanziert werden", berichtete Hagl. Die Abschreibungen betrugen im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Euro.

Der Materialaufwand, der die Kanalsanierung und -wartung sowie die Kanalinspektion umfasst, sank um 936 Euro. "Ursächlich für den Rückgang waren einerseits deutlich geringere Kosten für Kanal-TV-Befahrungen und Vermessungen und andererseits niedrigere Notfallsanierungen", hieß es im Bericht der Geschäftsführerin. Die Neuinvestitionen beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro. Der größte Teil entfiel mit 570 000 Euro auf das Kanalnetz. Die Bankdarlehen wurden um gut 190 000 Euro getilgt und betragen nun knapp 5,8 Millionen Euro. Von dem Darlehen über 1,5 Millionen Euro, das von der Stadt Moosburg gewährt wurde, wurden bis zum 31. Dezember 2020 laut Bericht 1,44 Millionen Euro beansprucht. Die Eigenkapitalquote der Kläranlage sei mit 70,2 Prozent stabil.

"Am Jahresabschluss gibt es nichts zu bemängeln, der schaut in Ordnung aus", sagte Alfred Wagner (Grüne). Er bedankte sich für die ausführliche Darstellung, "so haben wir das im Aufsichtsrat noch nicht bekommen". Dort, so Wagner, habe er aber schon mehrmals angemerkt, ausführlicheres Daten- und Zahlenmaterial zu benötigen, "sonst kann ich die mir aufgetragene Kontrollfunktion dort nicht erfüllen".

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) konterte: "Das Berichtswesen der Kläranlagen GmbH war bisher immer satzungskonform, von anderen Aufsichtsräten habe ich bisher keine Beanstandungen gehört." Man werde aber "im Aufsichtsrat eine erweiterte Berichterstattung demnächst besprechen". Auch Vizebürgermeister Georg Hadersdorfer (CSU) sprang der Geschäftsführerin zur Seite. Er sprach ihr "ein außerordentliches Lob für die geleistete Arbeit" aus und erinnerte Wagner daran, er könne "jederzeit die Unterlagen der Kläranlage einsehen, das wurde im Aufsichtsrat schon zugesichert". Deshalb finde er es "nicht in Ordnung, öffentlich etwas anzuprangern, was eh schon zugesichert wurde".

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Quelle:
SZ vom 31.07.2021
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