Süddeutsche Zeitung

Im neuen Freisinger Wohnviertel Steinpark:Grüne Wege in die Schulen

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Stadt investiert mehr als 1,83 Millionen Euro in Verbindungen und Flächen, die mit Bäumen, Wiesen und Bänken parkartig gestaltet werden sollen.

Von Kerstin Vogel, Freising

Kein neues Wohngebiet, keine neuen Schulen, Kindergärten oder sogar Gewerbegebiete ohne Bäume, Grünflächen und Grünzüge: Das ist selbstverständlich im modernen Städtebau - und es ist teuer. Der Steinpark, das neue Stadtviertel im Norden von Freising, bildet da keine Ausnahme. Nachdem der Planungsausschuss des Stadtrats im Juli einstimmig den vorgestellten Entwurf für einen öffentlichen Grünzug zwischen der Bebauung an der Carl-Dettenhofer-Straße und den Steinparkschulen sowie die Grünfläche bei der Schulbusvorfahrt beschlossen hat, steigen die Gesamtkosten für die Erschließung des Steinparks um mehr als 1,83 Millionen auf jetzt 7,93 Millionen Euro. Der Stadtrat hat die Summe in seiner jüngsten Sitzung ohne Diskussionen durchgewunken.

Der Weg wird mit einer insektenfreundlichen LED-Beleuchtung ausgestattet

Die Entwurfsplanung für Grünzug und -fläche, die Alois Spangler von der Stadtverwaltung den Stadträtinnen und Stadträten kurz noch einmal erläuterte, stammt vom Büro "HinnenthalSchaar". Sie sieht zum einen den Bau einer etwa 200 Meter langen Wegeverbindung von der Asamstraße zur Carl-Dettenhofer-Straße vor. Diese Verbindung soll dann an die nördliche Vorfläche der Steinparkschulen angeschlossen werden. Zum Schutz des angrenzenden Baumbestands sind mehrere Wurzelbrücken vorgesehen. Weil das Gelände zum Teil ein großes Gefälle von bis zu acht Prozent aufweist und der Weg für etwaige Wartungsarbeiten von den technischen Betrieben und der Stadtentwässerung genutzt werden muss, ist eine Befestigung mit einem Asphaltaufbau vorgesehen. Im Bereich der Wurzelbrücken und der Rampe zur Carl-Dettenhofer-Straße sind dagegen Pflasterbeläge geplant. Der Weg soll mit einer insektenfreundlichen LED-Beleuchtung ausgestattet werden.

Zu dem jetzt beschlossenen Vorhaben gehört außerdem der Bau einer etwa 140 Meter langen Wegeverbindung, die parallel zur Asamstraße bis zur Schulbusvorfahrt verläuft. Auch für diesen Weg sind ein Asphaltoberbau und eine entsprechende Beleuchtung geplant. Die Wege sollen in einer Breite von 2,40 bis drei Meter befestigt werden und beidseitig etwa 40 Zentimeter breite Bankette erhalten.

Zehn Bäume müssen gefällt werden, 27 werden neu gepflanzt

Weil eine Durchgrünung vor allem aber immer auch Grün braucht, sollen im Bereich des Grünzuges 25 und an der südlich an die Schulbusvorfahrt angrenzenden Grünfläche zwei weitere Bäume neu gepflanzt werden. Zehn Bäume aus dem Bestand müssen dagegen gefällt werden. Sie wurden von einem Gutachter bewertet und für nicht erhaltenswert erachtet. Eine Aufwertung der Grünflächen soll durch verschiedene Arten von Ansaaten für Schattenrasen mit Kräutern, Blühwiesen und Wiesen mit Kräutern erfolgen. Außerdem sollen im Bereich der Wege mehrere Bänke aufgestellt werden.

Die aktuelle Kostenberechnung des Planungsbüros erwartet für den Grünzug zwischen Carl-Dettenhofer Straße und Steinparkschulen brutto etwa 1,3 Millionen Euro, für die Grünfläche bei der Schulbusvorfahrt gut 245 000 Euro. Die Beleuchtung dürfte auf etwa 60 000 Euro kommen. Zusammen mit Nebenkosten für Honorar und Gutachten von etwa 240 000 Euro wird das Projekt sich auf 1,83 Millionen Euro summieren und die Gesamtkosten für die Erschließung entsprechend in die Höhe treiben. Das Vergabeverfahren für die Bauleistungen soll noch in diesem Jahr erfolgen, die Umsetzung ist für Februar 2023 geplant.

Überzeugt von dem Projekt zeigte sich die Sozialreferentin des Stadtrats, Charlotte Reitsam (Grüne). Das sei vor allem für die Kinder in den Ganztagsklassen "toll, wenn sie da dann in den Park gehen können." Man habe von dem alten Baumbestand sehr viel retten können, so Reitsam weiter: "Also ich bin begeistert."

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