Süddeutsche Zeitung

Festival:Der neue Osten

Musik, Kunst und Aktionen beim "FNY" im Werksviertel.

München hat genug Festivals. Doch das Werksviertel am Ostbahnhof, dort wo sich zuletzt unter dem Namen Kultfabrik Clubs und Bühnen befanden, ist gerade in der Gestaltungsphase - und womit wird ein Gelände eher belebt als mit einem Festival? Ein klassischer Konzertsaal soll dort irgendwann auf Ateliers treffen, und Subkultur und Hochkultur gemeinsam friedlich vereint die kreative Wirtschaftskraft der Stadt ankurbeln.

Um die Party-Geister der Stadt ebenso wie die Subkultur-Familien, die es mittlerweile auch in München gibt, dort hinzulocken, beauftragte man nun die Münchner Nachtleben-Spezialisten Mirko Hecktor, Marc Menden und Hubertus Becker, dort eine Art Festival für alle, die sich am Puls der Zeit fühlen, zu gestalten: Underground soll dabei auf Mainstream treffen, Bildende Kunst auf Musik und Techno auf Klassik.

Ebenso ist auch das Programm des sogenannten FNY-Festivals ausgelegt: Studenten und Teenager, die zum Party-Machen kommen, genauso wie ein älteres Kunstpublikum sollen angesprochen werden. Nur die Klassik findet dabei dann doch einen eher indirekten Ausdruck: An dem Platz, an dem jetzt eine Menge bunt beleuchteter Wassertanks den Rahmen bilden für eine Art Tanzarena, soll später mal der Konzertsaal stehen. Und ein paar der gebuchten Musiker wie der DJ Oliver Klostermann verfügen über eine klassische Musikausbildung.

Sonst ist das Musikprogramm, bei dem sich Live-Acts mit DJ-Sets abwechseln, aber hauptsächlich im Bereich der elektronischen Popmusik verortet. Jeweils von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag treten innerhalb der zehn Festivaltage in der illuminierten Wassertank-Arena und der örtlichen Tiefgarage etwa Marshall Jefferson aus Chicago als einer der Ur-House-DJs auf.

Dazu ist der Londoner Seth Troxler, der hingegen eher mit der Detroiter und Berliner Techno-Szene assoziiert ist, angekündigt, genauso wie der Münchner Pho Queue, der nach elektronisch aufgehübschten Funk-Klängen sucht. Mit Erobique aus Hamburg ist dazu auch ein populärer Deutscher dieses Genres vertreten. Hinzu kommen an den Wochentagen Ausstellungen, Vorträge, Mode und Performances, Poetry-Slams und Familiensonntage samt Graffiti- und Skateboard-Workshops sowie ein Internet-Live-Stream des Programms in 360 Grad.

FNY-Festival, Freitag, 1. Sep., bis Sonntag, 10. Sep., Werksviertel am Ostbahnhof, Infos und Programm unter: www.fny-festival.com

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Quelle:
SZ vom 31.08.17/bhi
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