Süddeutsche Zeitung

Dorfen:Montessori-Kita auf dem Meindl-Areal

Der Verein "Mit Freude lernen" will schon im September mit einer Kindergartengruppe loslegen. Die Räume werden in einem neuen, noch nicht errichteten Gebäude angemietet. Der Stadtrat hat unlängst ein ähnliches Angebot für eine Kinderkrippe abgelehnt

Von Charlotte Nachtmann, Dorfen

Nun wird es wohl doch noch etwas mit einer Kita auf dem stillgelegten Meindl-Fabrikgelände. Schon im September soll dort ein Montessori-Kindergarten eröffnen. Der Verein "Mit Freude lernen" plante bisher auf dem Meindl-Areal eigentlich nur eine Montessori-Schule. Auf Anregung der Stadt Dorfen erweitere man nun das Projekt um einen Kindergarten, sagt Vorstandsmitglied Stefanie Kunzlmann. Der im vergangenen Jahr gegründete Verein hat derzeit circa 40 Mitglieder, etwa die Hälfte kommen aus Dorfen, die anderen aus Orten in der Umgebung wie etwa Haag, Reichertsheim oder Maitenbeth.

Der Dorfener Immobilienunternehmer Robert Decker hatte im April auch die Unterbringung einer dringend benötigten städtischen Kinderkrippe in einem neuen Bürogebäude auf seinem Gelände ins Spiel gebracht. Dies war vom Bauausschuss des Stadtrats allerdings abgelehnt worden. Der Hauptgrund war die Schließung des kleinen Bahnübergangs auf das Areal im kommenden Jahr. Wie man dann mit dem Fahrrad oder zu Fuß aufs Gelände gelangen wird, ist derzeit noch nicht geklärt. Decker betont zwar erneut, dass Gespräche mit der Deutschen Bahn liefen, um das Gelände mit einem Fuß- und Radweg an die Bundesstraße B 15 anzuschließen. Doch genau da liegt das Problem: es ist nicht ersichtlich, wie man mit Kindern gefahrlos die Bundesstraße südlich der Bahngleise, direkt hinter dem B 15-Bahnübergang überqueren könnte.

Kunzlmann sieht in der Schließung des Meindl-Bahnübergangs für den Montessori-Kindergarten jedoch kein Problem. "Die meisten Kinder werden inzwischen ja ohnehin mit dem Auto gebracht", konstatiert sie. Kunzlmann sagt weiter, die Stadt Dorfen sei aufgrund des hohen ungedeckten Kitaplatz-Bedarfs an den Verein "Mit Freude lernen" herangetreten. Die Montessori-Kita soll zunächst in einem ähnlichen Gebäude unterkommen, wie es Decker bereits für die Akademie der Sozialverwaltung errichtet hat. Die Modulbauweise erlaube eine flexible Anpassung der Baupläne an den Bedarf für einen Kindergarten, sagt Decker. In zwei bis drei Wochen soll die Produktion der Module in seinem "Timber Homes"-Werk in Dorfen starten. Es sei nur eine Interimslösung, bis Schule und Kindergarten in drei bis fünf Jahren in ein endgültiges Gebäude einziehen, ergänzt Kunzlmann.

Die einzige Hürde für die Kita sieht Kunzlmann derzeit in einer ausreichenden Anzahl von mindestens 15 Anmeldungen. Zwölf Eltern hätte bereits ihr Interesse bekundet, die fehlenden drei Anmeldungen sollten kein Problem sein, denkt sie. Mehr als 20 Kindern sollen es für den Anfang aber nicht werden. Das Angebot richte sich zunächst nur an Kinder aus Dorfen und einem Umkreis von etwa zehn Kilometern.

Anders als bei einer Montessori-Schule müssten Eltern für einen Kindergartenplatz nicht mit signifikant höheren Beiträgen rechnen, sagt Kunzlmann. Betreut werden sollen die Kinder von zwei Erzieherinnen. Eine Sozialpädagogin mit Montessori-Diplom sei bereits gefunden. Diese übernehme auch die Leitung des Kindergartens. Zudem werde es sich um eine Integrationsgruppe handeln.

Der Kindergarten soll später im Erdgeschoss des geplanten zweigeschossigen Schulbaus unterkommen. Zum Schuljahr 2022/23 soll der Unterricht losgehen. Bald stünden "die ersten Gespräche mit der Regierung von Oberbayern an", sagt Kunzlmann, "die Zeichen für eine gelingende Schulgründung stehen gut." Dass der Kindergarten bereits ein Jahr früher starten kann, liege am einfacheren Genehmigungsverfahren, das über die Stadt Dorfen und nicht über die Bezirksregierung laufe.

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SZ vom 18.05.2021
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