Süddeutsche Zeitung

Von diesem Sonntag an:Kunst und Saures

AK 68 und Theater Wasserburg bespielen alte Essigfabrik

Der ehemaligen Essigfabrik in Wasserburg stehen ihre letzten 120 Tage bevor, weswegen sich der Kunstverein AK 68 sowie das Theater Wasserburg und seine Bar Helmut von diesem Sonntag an mit allerlei Aktionen von dem außergewöhnlichen Gelände verabschieden. Im Jahr 1889 begann Robert Burkhardt, Essig zu erzeugen. Produziert wurde anfangs in Holzfässern, der Betrieb am Holzhofweg in Wasserburg am Inn wuchs zu einer Fabrik. 2017 wurde hier zum letzten Mal Essig angesetzt, die Produktion ist längst verlagert. Seither: Stillstand. Und demnächst heißt es "Ende Gelände", die Gebäude werden abgerissen. Doch die verbleibenden 120 Tage werden gefeiert: Gemeinsam sorgen der AK68, die Bar Helmut und das Theater Wasserburg für einen letzten Gärungsprozess auf dem Areal.

Am Sonntag, 13. Juni, geht es mit einer Aktion des Kunstvereins los. "Malen ohne Pinsel" heißt es ab 12 Uhr, Street-Art-Künstler machen das Gelände bunter. Immer mit von der Partie ist die Bar Helmut, die einen Biergarten der anderen Art installiert, in dem man sich ebenfalls von 12 Uhr an bei Essigmütterchen verwöhnen lassen kann - oder man entscheidet sich ab 16 Uhr für etwas Saures, das lustig macht. Außerdem bietet der AK 68 eine Führung durch die alte Essigfabrik an - am Samstag, 24. Juli, 12 Uhr. Am Wochenende 11. und 12. September folgt noch ein Mal-Marathon, begleitet von DJ Bassinsky. Am 10. Oktober setzt schließlich die Kunst-Kaufaktion "Cash & Carry" den Schlusspunkt. Weitere Informationen sind gibt's unter www.arbeitskreis68.de.

"Theater im Rhinodrom" ist ab Freitag, 16. Juli, für zwei Wochenenden in den Abendstunden zu erleben: "Die Nashörner" von Eugène Ionesco werden präsentiert vom Theater Wasserburg in Koproduktion mit den Stelzern aus Landsberg am Lech. Regie führen Uwe Bertram und Nik Mayr. Musikalische Leitung: Georg Karger. Uraufgeführt wurde das Stück 1959. Der rumänisch-französische Schriftsteller befasst sich am Beispiel einer unaufhaltsamen "Vollvernashornung" mit Massenwahn und Anpassertum, Hysterie und Stimmungsmache. Im Mittelpunkt stehen zwei seltsam Übriggebliebene, die sich in Beckettscher Dialogkomik in Alltagsfragen verstricken würden, wäre da nicht die Erinnerung an irgendwelche Dickhäuter in der Gegend, die sogar über Katzen trampelten... Mehr Infos sowie Karten gibt es über www.theaterwasserburg.de. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

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Quelle:
SZ vom 12.06.2021 / sz
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