Süddeutsche Zeitung

Kulturvorschau für Ebersberg:Der "Juhuu-li" beginnt

Lesezeit: 3 min

Musik quasi aller Schattierungen ist am Wochenende im Landkreis geboten, darunter sogar eine Vorpremiere. Und das Theater Wasserburg lädt zu einem ganzen Festivalmonat.

Von Anja Blum, Ebersberg

Ebersberger Bigband-Klänge

Die EBE-JAZZ Big Band ist dafür bekannt, selbst unter schwierigen Bedingungen Großes zu leisten. Sogar die Pandemie hat das Ensemble nur vergleichsweise kurze Zeit ausgebremst: Nun, da das gemeinsame und öffentliche Musizieren wieder möglich ist, hat sich die Band gleich neuen Aufgaben gestellt und in intensiven Satz- und Tuttiproben ein Repertoire erarbeitet, das eine gelungene Mischung aus unterschiedlichen Stilrichtungen darstellt, nämlich aus Blues, Swing, Latin und nicht zuletzt Afro. Zu hören ist dieses neue Programm in der ersten Julihälfte gleich vier Mal. Der erste Termin ist bereits am kommenden Freitag, 1. Juli, um 20 Uhr im Café Mala im Klosterbauhof Ebersberg. Reservierung unter (08092) 86 332 57, der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Weiter geht es dann am Samstag, 9. Juli, um 10 Uhr auf dem Grafinger Marktplatz (bei schlechtem Wetter im Kastenwirt), sowie am Sonntag, 10. Juli, im Innenhof von Schloss Elkofen. Hier kostet der Eintritt 20 Euro (ermäßigt 15), Karten gibt es an der Abendkasse oder per Mail an josef-ametsbichler@t-online.de. Ebenfalls nur bei schönem Wetter findet statt das Konzert am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr in der Strandbar in Übersee am Chiemsee.

Gegründet wurde die EBE-JAZZ Big Band aus heimischen Musikern übrigens Ende 2016 für das internationale Jazzfestival im darauffolgenden Jahr. Der im Landkreis wirkende Jazz-Bassist und Musikpädagoge Josef Ametsbichler wählte Profis und ambitionierte Amateure aus und studierte mit ihnen ein anspruchsvolles Repertoire ein. Der Auftritt wurde ein großen Erfolg - und alle waren sich einig, dass die Band weiter Bestand haben sollte. So kam es zu einigen bemerkenswerten Konzerten, das Highlight aber war der Schlussabend Festivals 2019: Da begeisterten die Big Band und der EBE-JAZZ Chor unter Martin Danes mit einer Aufführung der "Sacred Concerts" von Duke Ellington. Ein Mitschnitt auf CD ist bei Ametsbichler erhältlich.

Viele schöne Zwischentöne

In der Glonner Schrottgalerie geht es nach einem wunderbaren Start in den Sommer gleich mit zwei hochkarätigen Konzerten weiter: Am Freitag, 1. Juli, präsentiert der Liedermacher Stefan Noelle als Vorpremiere sein neues Album "Wie es mich zieht", das im September erscheinen wird. Und am Samstag, 2. Juli, dürfen die Schrottgaleristen das Rudi-Zapf-Trio auf der Bühne begrüßen. Los geht's jeweils um 20 Uhr, Reservierung ausschließlich unter www.schrottgalerie.de.

Stefan Noelle ist Liedermacher. Als solcher mag er es lieber leise als laut, lieber selbstironisch als boshaft, lieber fein als grob. Und doch bringt er mit seinem Humor alle zum Lachen - und mit seiner Poesie zum Lauschen. So singt der Münchner über die vorletzte Waschmaschine seines Lebens oder die Mon-Cheri-Weihnachtsteller seiner Kindheit. Rudi Zapf, Bayerns Klöppelvirtuose Nummer eins, kommt zusammen mit der außergewöhnlichen Jazzgeigerin Sunny Howard und der feinfühligen Gitarristin Ingrid Westermeier nach Glonn. Im Trio vereint, betreiben die drei Vollblutmusiker eine Reise durch die Musik der westlichen und östlichen Welt, mischen Volksliedhaftes, Jazzelemente, Irish Folk, Balkan, Valse Musette, Tango, Milonga und Klezmer mit viel eigenen Improvisationen ineinander, verflechten, lösen auf. Eine Konzertreise, die auf ganz unkonventionelle Weise pure Lebensfreude aufkommen lässt.

Genuss für Ohren und Seele

Ein Chor- und Orgelkonzert findet am Samstag, 2. Juli, um 18 Uhr in der Kirchseeoner Johanneskirche statt. Der Kammerchor des Evangelischen Dekanatsbezirks Rosenheim singt unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Andreas Hellfritsch Stücke von Heinrich Schütz aus der "Geistlichen Chormusik 1648", von Johann Sebastian Bach die Doppelchormotette "Singet dem Herrn", von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Motette "Warum toben die Heiden", Kompositionen von Ola Gjeilo und Morten Lauridsen. An der Orgel spielt Christiane Bettger aus Rosenheim Werke von Dietrich Buxtehude, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Denis Bédard. Der Eintritt ist frei.

"Hoffmanns Erzählungen" als Film

Das Theater Wasserburg zeigt am Sonntag, 3. Juli, einen Film, der während der Lockdowns auf Basis der Bühnenfassung von "Hoffmanns Erzählungen" entstanden ist. Bei schönem Wetter wird der Theaterfilm im Garten der Bar Helmut gezeigt, ansonsten indoor. Los geht's um 21 Uhr, der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt der Geschichte von Mario Eick nach Motiven von E.T.A. Hoffmann und Jacques Offenbach steht der Schriftsteller höchstselbst. Das Stück beleuchtet dessen Fantasien bis in einen Abgrund hinein, in dem Schöpfertum, Verzweiflung, Wut und Machtlosigkeit aufeinandertreffen. Zunehmend verwandelt sich die Motivsuche des Autors in einen Kriminalfall zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Darüber hinaus tun sich das Theater Wasserburg, das Tanzstudio Belacqua und die Bar Helmut nun für einen Festivalmonat zusammen: Gemeinsam feiern sie in der Salzburger Straße 15 mit allen Gästen einen "Juhuu-li". Bereits am Samstag, 2. Juli, hat die Bar zum Auftakt ab 18 Uhr geöffnet. Im Weiteren folgen seitens des Theaters die Premiere von "Die wahre Geschichte", zwei Ausgaben des "Betreuten Trinkens", zwei Vorstellungen von "Johan vom Po entdeckt Amerika" - bei schönem Wetter im Garten - und ein Abschlusskonzert. Das Tanzstudio ist ebenfalls mit Aufführungen Teil dieses Festivalmonats. Zu allen Terminen hat die Bar geöffnet und bietet darüber hinaus eigene Events wie Frischluftfeste, Tanz- und Karaoke-Nächte. Mehr Infos sowie Karten gibt es unter www.theaterwasserburg.de.

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