Süddeutsche Zeitung

Bergkirchen:Behelfsmäßige Lösung für Indersdorfer Gabel

Radarkontrollen, neue Beschilderungen und eine veränderte Linksabbiegerspur sollen kurzfristig weitere Unfälle verhindern, bis es endlich zu einem Umbau kommt.

Von Joshua Beer, Bergkirchen

Die Indersdorfer Gabel soll sicherer werden. Langfristig durch einen Kreisverkehr, dessen Bau momentan noch vom Straßenbauamt geprüft wird, kurzfristig durch eine neue Beschilderung und eine angepasste Verkehrsführung. Letzteres ergab ein Ortstermin an dem Unfallschwerpunkt am vergangenen Freitag.

Die Teilnehmenden - Bergkirchens Bürgermeister Robert Axtner (CSU) sowie Mitglieder der eigens für die Gabel einberufenen Unfallkommission - beschlossen etwa, die von Stetten her kommende Linksabbiegerspur weiter in den Kreuzungsbereich hineinzuziehen. Dadurch verlängert sich die sogenannte Aufstellfläche für Linksabbiegende. Dies solle ihnen "ein besseres Blickfeld" auf Einfahrt und Beschilderung gewähren, erklärt Andreas Knorr, Verkehrsexperte bei der Dachauer Polizei. Außerdem wurde das "Vorfahrt achten"-Schild für den Verkehr vom Assenhausener Berg durch ein Stoppschild ersetzt, um schnelles Einbiegen in die Kreuzung zu verhindern. Das gehe zwar "zu Lasten der Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts", aber diese sei in Abwägung mit der Verkehrssicherheit "nachrangig", so Knorr. Ein Vorfahrtsschild soll Linksabbiegern in Richtung Markt Indersdorf den Vorrang zu den aus Dachau kommenden Rechtsabbiegern klarmachen. Für diese wird das "Vorfahrt gewähren"-Schild versetzt. Außerdem will die Polizei die Radarkontrollen ausweiten. All das sei wichtig, aber behelfsmäßig, betont Verkehrsexperte Knorr. Die Kreuzung sei "inzwischen an der Belastungsgrenze angekommen", ein Umbau sei "unabdingbar".

Dass man auf diesen nicht warten könne, war allen Beteiligten spätestens klar, nachdem vorvergangene Woche drei Unfälle an der Gabel passierten. Ziel der Ortsbegehung am Freitag war es, kurzfristige Lösungen zu finden. "Das war ein guter Termin", sagt Bürgermeister Axtner. Doch auch ihm ist klar: "Ein Umbau der Kreuzung ist unausweichlich." Als Gemeindechef sind ihm dabei die Hände gebunden. An der Indersdorfer Gabel treffen sich zwei Staatsstraßen, für die die Verkehrsbehörde des Landratsamts Dachau und das Staatliche Bauamt Freising zuständig sind. Aufgabe der Kommune ist - sollte dann die endgültige Entscheidung über den Bau eines Kreisels fallen -, der nötige Erwerb der umliegenden Grundstücke. Die Gemeinde sei mit den Eigentümern "in guten Gesprächen", so Bürgermeister Axtner.

Nun warten alle auf die Ergebnisse des Gutachtens vom Straßenbauamt, die Ende Oktober vorliegen sollen. Warum so spät, gilt die Kreuzung doch schon seit Jahren als Unfallschwerpunkt? Geplant sei es schon länger gewesen, "doch dann kam Corona", erklärt Thomas Jakob, Pressesprecher des Staatlichen Bauamts Freising. Plötzlich fuhren viel weniger Autos. Man brauche aber einen durchschnittlichen Verkehrstag für verwendbare Daten. "Also mussten wir solange warten, bis wir sagen konnten: Der Verkehr ist wieder repräsentativ", so Jakob.

Die Beschlüsse sollen in den kommenden Tagen umgesetzt werden, gehen aber noch einen Extra-Weg: Das Landratsamt muss zunächst das Straßenbauamt mit der Umsetzung beauftragen.

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Quelle:
SZ vom 29.09.2021
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