Süddeutsche Zeitung

KZ-Gedenkstätte Dachau:Fernsehen statt Festakt

ZDFinfo zeigt Dokumentation über die Befreiung des KZ Dachau

Im Vorfeld des 75. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau drehte ZDFinfo für die Dokumentation "24 Stunden Dachau" im Januar und Februar diesen Jahres auch in der Versöhnungskirche. Was damals noch niemand ahnen konnte: Coronabedingt wurde die große Gedenkveranstaltung zum Befreiungstag am 3. Mai abgesagt, die KZ-Gedenkstätte einschließlich der Versöhnungskirche muss erstmals in ihrer Geschichte komplett schließen - nach derzeitigem Stand bis zum 19. April, gegebenenfalls aber auch noch länger.

Björn Mensing, Pfarrer der Versöhnungskirche hofft, dass die Dokumentation "24 Stunden Dachau" ein angemessener Beitrag zum virtuellen Erinnern und Gedenken sein kann: Erstausstrahlung ist an diesem Mittwoch, 15. April, von 20.15 bis 21.15 Uhr, sie ist außerdem in der ZDF-Mediathek verfügbar. Besonders wertvoll in der Doku sind aus Mensings Sicht die Interviewsequenzen mit den Zeitzeugen Abba Naor (92, KZ-Dachau-Überlebender) und mit Georg Stefan Troller (98, als amerikanischer Soldat kurz nach der Befreiung im KZ Dachau). Zudem wurden von ZDFinfo Personen begleitet und interviewt, die sich aktuell in Dachau in der Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit engagieren. Diakon Klaus Schultz wurde bei einem Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte für Fußballfans begleitet, Kirchenrat Björn Mensing bei der Beteiligung der Versöhnungskirche an der bundesweiten Aktion "Lichter gegen Dunkelheit" am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

Auch der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau kommt in der Doku vor, zu dessen Gründungsmitgliedern die Versöhnungskirche gehört. ZDFinfo filmte bei der Kundgebung des Runden Tischs am 20. Februar gegen einen Wahlkampfauftritt der AfD im zentralen Veranstaltungshaus der Stadt Dachau. Spontan gedachten die mehr als 300 Demonstranten der am Vorabend in Hanau bei einem rassistischen Anschlag ermordeten Menschen und entzündeten für jedes Opfer eine Kerze.

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Quelle:
SZ vom 15.04.2020 / SZ
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