Süddeutsche Zeitung

Internationale Schule in Haimhausen:Abschlussfeier per Live-Stream

Die Bavarian International School hat 91 Absolventen aus 25 Nationen verabschiedet. Direktorin Chrissie Sorenson lobt Flexibilität und Fleiß der Schüler

Trotz Corona-Krise hat die Bavarian International School (BIS) in Haimhausen ihren Zwölftklässlern einen ehrenvollen, fröhlichen Abschluss ihrer Schulzeit ermöglicht. 91 Schüler aus 25 verschiedenen Ländern erhielten ihre High School-Diplome. Unter strengen Auflagen erlebten Schüler und Eltern eine verkürzte Abschlusszeremonie in der weitläufigen Sporthalle auf dem BIS-Campus. Großeltern, Geschwister und weitere Verwandte verfolgten die Ehrung der "Class of 2020" per Live-Streaming. "Auf diesen BIS-Jahrgang bin ich besonders stolz. Die Class of 2020 hat bewiesen, wie sie die bisher nie da gewesene Coronakrise mit Flexibilität, Innovationsfreude, Fleiß und Durchhaltevermögen eindrucksvoll gemeistert hat", sagt Schuldirektorin Chrissie Sorenson. "Ich freue mich außerordentlich, dass wir 91 weltoffene, verantwortungsvolle, hochtalentierte Weltbürger auf ihre neuen Wege schicken."

Auch Schülersprecher Sebastian Casse betonte, die heutige Zusammenkunft "zeugt von unserer Fähigkeit, Widrigkeiten zu überwinden und durchzuhalten, auch wenn wir mit enormen Herausforderungen konfrontiert werden". Stellvertretend für seine 90 Mitschüler sagte der 18-jährige Brite: "Unsere Schule hat nicht nur das Ziel der akademischen Ausbildung erfüllt, sondern uns gezeigt, wie man dauerhafte Beziehungen aufbaut und Verantwortung übernimmt." Abschließend wünschte er seinen Klassenkameraden: "Und mögen die Flügel des Schicksals dich in die Höhe tragen, um mit den Sternen zu tanzen."

So sehr die BIS für Diversität steht, so unterschiedlich sind auch die zukünftigen Wege der Schüler. Eine Vielzahl besucht Universitäten wie die Oxford University, Edinburgh University, King's College London, andere schwärmen nach Amsterdam, Riga, Kanada, Japan oder in die USA aus. Es gibt aber auch Schüler, die die Ludwig-Maximilians-Universität oder die Technische Universität in München besuchen werden. Einige haben sich für ein Übergangsjahr mit sozialen Engagements oder spezifischen Weiterbildungen entschieden. So wird eine Schülerin ein freiwilliges soziales Jahr in einem Krankenhaus im afrikanischen Lesotho absolvieren. Andere Mitschüler studieren Krankenpflege in Japan, machen ein Praktikum in "Extraterrestrial Physics", wieder andere streben eine professionelle Karriere als Reiterin oder Schauspielerin an, und ein Schüler geht zur britischen Marine.

Die Leistungen von sieben BIS-Schülern wurden mit besonderen Awards gewürdigt: Gabriel Barrere (Peru) mit dem Theory of Knowledge Award, Olivia Arevalo-Hoelscher (Spanien) mit dem CAS-Award (Creativity, Activity, Service), China Kizu (Japan) mit dem Service-Award, Tessa Del Vitto (USA) mit dem Community-Award, Lucie Maistrelli (Frankreich) mit dem ECIS-Award, Farah Wallauer (Deutschland) mit dem Academic Excellence Award und Felicia de Talhouet de Boisorhand (Frankreich) mit dem CP-Award. Eine Rekordzahl von 24 Schülern kann sich über die Auszeichnung mit dem The Duke of Edinburgh's International Award freuen, der eine Mischung aus Fitness, Dienst an der Gemeinschaft und Expedition würdigt. Neun Schüler erhielten Bronze, neun Silber und sechs das Goldabzeichen - so viele wie nie zuvor in der fast 30-jährigen Geschichte der Bavarian International School: Luca Sutton (Großbritannien), Maximilian Holsman (USA), Henri Maria van Wasen (Deutschland), Fabian Holland (USA), Maarten van den Ancker (USA) und Elian Matha (Frankreich).

Chrissie Sorenson, Schuldirektorin und Vorstand der Bavarian International School (BIS), hat nun eine neue Aufgabe übernommen. Sie wurde zur neuen Vorstandsvorsitzenden der Academy for International School Heads (AISH) gewählt. Die weltweit vernetzte Akademie wurde 1999 als Mitgliedsorganisation für Schulleiter von Schulleitern gegründet. Die AISH betreut derzeit etwa 500 Schulleiter durch gezielte Beratung, Unterstützung und berufliche Weiterbildung. "Ich fühle mich geehrt, diese neue Rolle im Vorstand der AISH zu übernehmen. Ich bin seit 2001 Mitglied und seit 2003 im Vorstand. Ich selbst und meine Schule haben von den Ressourcen und der Unterstützung durch das AISH-Netzwerk sehr profitiert - auch in Zeiten der Corona-Krise und dem damit verbundenen Distance Learning", sagte die 54-jährige Deutsch-Amerikanerin. "Ich freue mich auf das nächste Kapitel." Sie wolle "Schulleitern dabei helfen, sich in Zeiten von immer schneller werdenden Entwicklungen und Krisensituationen zu orientieren". Neben der internationalen Zusammenarbeit, professioneller Weiterbildung und Beratung lautet ein wichtiges Ziel der AISH, einen signifikanten Beitrag zur Zukunft des Lernens zu bieten.

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SZ vom 24.06.2020 / SZ
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