Süddeutsche Zeitung

Absage:Ortsmitte soll lebendig bleiben

Gemeinderat Haimhausen gegen Supermarkt auf der grünen Wiese

Von Rudi Kanamüller, Haimhausen

Das war deutlich: Eine klare Absage mit 20 zu einer Stimme hat der Haimhausener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Ansiedlung eines Rewe-Marktes auf der "grünen Wiese" beim Kramer Kreuz erteilt. Bei den Gemeinderäten überwog die Befürchtung, wonach durch die Ansiedlung eines Supermarktes im Bereich des Kramer Kreuzes einem Sterben der Ortsmitte Vorschub geleistet werde. Lediglich Gemeinderat Ergun Dost von der Bürgerstimme Haimhausen konnte sich mit den Rewe-Plänen, dem Standort sowie dem vorgelegten Konzept anfreunden.

Den Antrag für die Rewe-Gruppe hatte die Konzeptbau GmbH mit dem Ziel gestellt, im Bereich des Kramer Kreuzes und Baugebietes Schrammerweg einen "Vollsortimenter" zu errichten. Begründet wurde der Antrag unter anderem mit dem Argument, wonach der Betreiber des jetzigen Rewe-Marktes im Ortszentrum den Betrieb mittelfristig aufgeben werde. Außerdem sei der Markt aufgrund zu geringer Verkaufsflächen, mangelnder Parkmöglichkeiten und nicht zeitgemäßem Warenangebot "nicht zukunftsfähig". Am neuen Standort hingegen sehe man ausreichend Kaufkraft durch einen größeren Markt und mehr Laufkundschaft.

Die Rewe-Gruppe, so die Konzeptbau, erkläre sich zudem bereit, auf die Wünsche der Gemeinde bezüglich der baulichen Gestaltung und der Freiflächengestaltung einzugehen. Ebenso auf Wünsche hinsichtlich des regionalen Warenangebots. In den Supermarkt sollten zudem weitere Fachbetriebe wie eine Bäckerei integriert werden. Örtliche Anbieter sollten hier den Vorzug bekommen.

Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) und die Gemeinderäte standen dabei vor der Entscheidung, ob sie einem großen Supermarkt direkt am Ortseingang in unmittelbarer Nähe zur neu angelegten und ortsbildbestimmenden Lindenallee zustimmen sollten. Die Problematik, so Bürgermeister Felbermeier, sei bereits mehrmals in diversen kommunalen Gremien behandelt worden. So auch auf der Klausurtagung des Gemeinderates. Schnell setzte sich die Einsicht durch, wonach eine "Abwanderung des zentralen Versorgungsgeschäftes" für die Vitalität des Ortszentrums nicht förderlich wäre.

Angelika Goldfuß befürchtete gar ein "Sterben des Ortszentrums". Zweite Bürgermeisterin Claudia Kops (CSU) sprach sich vehement gegen den geplanten Supermarktstandort beim Kramer Kreuz aus. Ihrer Ansicht nach sollten die Geschäfte im Ort erhalten bleiben. Ludwig Meier (SPD) wollte grundsätzlich eine Einkaufsmöglichkeit in Haimhausen gesichert wissen. Notfalls würde er dafür auch einen Supermarkt auf der grünen Wiese in Kauf nehmen.

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Quelle:
SZ vom 26.03.2018
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