Süddeutsche Zeitung

Belastung mit Mikroplastik:Straßendreck in der Isar

Reifenabrieb gelangt meist ungefiltert in das Flusswasser

Straßendreck und Mikroplastik durch den Reifenabrieb von Fahrzeugen gelangt an den Isarbrücken in München meist ungefiltert in den Fluss. Lediglich an der Luitpoldbrücke an der Prinzregentenstraße und an der Thalkirchner Brücke wird das Schmutzwasser nach Angaben des Baureferats zurückgehalten. Die Stadtratsfraktion der Grünen hatten im Sommer die Stadtverwaltung gefragt, inwieweit Reifenabrieb dafür verantwortlich sein könnte, dass der Anteil an Mikroplastik in der Isar flussabwärts von München relativ hoch ist. Denn laut einer Studie des Fraunhofer Instituts fällt in Deutschland pro Kopf etwa 1,2 Kilogramm Mikroplastik durch den Verschleiß von Autoreifen an. In München wären das demnach mehr als 2000 Tonnen. Während das Schmutzwasser üblicherweise in die Kanalisation gelangt, können die Brücken lediglich vom Straßendreck gereinigt werden. Dies geschieht nach Angaben des Baureferats an den meisten größeren Isarbrücken in München fünfmal in der Woche, die Fahrbahnen der Thalkirchner, der Brudermühl- und der John-F.-Kennedy-Brücke werden lediglich einmal in der Woche gereinigt.

Laut Baureferat ist es aus Platzgründen meist nicht möglich, sogenannte Straßensinkkästen mit Filtersystemen in die Fahrbahnen der Brücken einzubauen. Im Rahmen der geplanten Generalsanierung der Ludwigsbrücke am Deutschen Museum untersucht das Referat jedoch, ob es möglich wäre, das Schmutzwasser der Fahrbahnen bis an die Brückenenden zu leiten und dort zu filtern oder an die Kanalsysteme anzuschließen, ohne Probleme mit dem Denkmalschutz zu bekommen.

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SZ vom 03.01.2019 / anl
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