Süddeutsche Zeitung

Ausstellung:Kunst statt Werbung

Plakatwände, Litfaßsäulen und Videoflächen im öffentlichen Raum dienen in erster Linie als Werbeträger für die Industrie. Sogenannte "Adbuster" kapern solche Flächen illegal, um durch die Veränderung der Werbung politischen Protest zum Ausdruck zu bringen. Künstler bespielen legal die Werbeflächen, wie die Initiative "Meet Frida", die derzeit im gesamten Bundesgebiet auf diese Weise eine Outdoor-Galerie etablieren will. Mitunter erhalten Künstler sogar extra Billboards für die künstlerische Performance, wie beispielsweise die auf der Kunstinsel am Münchner Lenbachplatz, die vom Kulturreferat bereitgestellt werden.

Auf Initiative des Digital Art Space von Karin Wimmer hat nun die Firma Ströer ihre 200 digitalen Werbeflächen dem Künstler Oleksiy Koval temporär zu Verfügung gestellt. Wo sonst auf den öffentlichen Videoanlagen die Welt der Werbung flimmert, wird Koval nun mit dem Projekt "The Beautiful Formula" den elektronischen Code der Digitalisierung - Null und Eins - als digitale Malerei in den öffentlichen Raum von Bahnhöfen und Einkaufszentren tragen. Die digitalen Gemälde erscheinen sechs Mal in der Stunde. Standorte sind unter anderem der Haupt-, Ost- und Pasinger Bahnhof, der Bahnhof unterm Karlsplatz und der U-Bahnhof Münchner Freiheit.

Oleksiy Koval: The Beautiful Formula, Donnerstag, 10. Sep., bis 30. Okt., verschiedene Orte im öffentlichen Raum; Ausstellung von Oleksiy Koval im Digital Art Space von Karin Wimmer, Amalienstr. 14, jederzeit einsehbar

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Quelle:
SZ vom 10.09.2020 / lyn
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