Süddeutsche Zeitung

Finale von "Die Bachelorette":Endlich zart und leicht

Bis zur letzten Rose wird im Staffelfinale von "Die Bachelorette" geschmachtet, geknutscht, gelitten, gefaselt. Nach einem herrlich absurden Drehbuch. Unsere ganz persönliche Anna-lyse aus den krudesten Äußerungen.

Von Carolin Gasteiger

Anna hat sich für Marvin entschieden. Das war eigentlich von Anfang an klar. Marvin ist schließlich der, der mit Anna "alles vergessen" kann. Und der "ein unglaublich tolles Herz" hat, wie Anna sagt und damit jeden Kardiologen aufhorchen lässt. "Die Blicke, die wir austauschen, sind wie Berührungen mit den Augen", seufzt Anna nach ihrem gemeinsamen Candlelight-Dinner im Finale von "Die Bachelorette".

Wie konnte Anna nur so lange zweifeln? Sechs Wochen lang begab sie sich auf die Suche nach der großen Liebe, bei der ihr RTL freundlicherweise geholfen hat. Ist ja schließlich ganz schön aufwendig, mit Marvin auf den Azoren zu baden, mit Tommy durch die Wüste zu reiten und mit Tim durch portugiesische Gassen zu fahren. All das eben zu tun, wobei man heutzutage seinen Traummann kennenlernt. Auf eines konnte Anna sich verlassen: den üppig gepackten Picknickkorb, Prosecco und Weintrauben. Das hilft bei der Suche.

Wären da nur nicht diese Entscheidungen, die andere so verletzen können. Als Tommy keine der schäbigen Rosen bekommt und sich Anna aufgelöst bei ihm rechtfertigen will, entgegnet er schlicht: "Alles gut." Oh, wie verständnisvoll. Tommy fange sie selbst dann auf, wenn sie ihm weh getan habe, erklärt Anna.

Aber wer ist nun der Mann ihres Lebens? Unter 20 Kandidaten, die sich um ihre Gunst bemühten, hat sie fleißig aussortiert - auch einen Pornoprinzen und einen Pianisten. Übrig sind der schüchterne, geschleckte Marvin und der draufgängerische Tim mit den langen Haaren.

Vollhorst und Traumfrau

Gut, dass Beistand schon unterwegs ist. Und, wie so oft im Leben, gilt auch hier: "Ich brauche unbedingt den Rat meiner Eltern", sagt Anna. Kein Wunder, angesichts dieser Weisheiten:

"Wir kennen dich jetzt wirklich lang." (Annas Vater)

"Ich würde dir so gern helfen." (Annas Mutter)

Aber irgendwann (und nach einer letzten Werbeunterbrechung) scheint Anna klar zu sehen. Ein Typ, der zu enge Hosen trägt und einem "Ich will dich so stark" ins Ohr flüstert, ist viel zu gewagt. Dagegen wirkt es doch viel ehrlicher, wie Marvin zu sagen: "Wenn ich mir ne Traumfrau malen würde, dann würde ich sie genau so malen." Immerhin sieht der selbst ernannte "Vollhorst" Tim, ein, worauf es ankommt. Als er sich seiner Sache noch sicherer sein konnte, bemerkte er: "Wenn ich keine Rose gekriegt hätte, ich glaub ich wäre einfach gegangen." Tief getroffen sitzt er schließlich im Auto.

Anna hingegen hat endlich jemanden gefunden, bei dem sie ankommen könne. Da haben sich all der Prosecco und die vielen Weintrauben der vergangenen Wochen doch gelohnt. Die Begründung der 26-jährigen Bachelorette für ihre Wahl: "Du hast es geschafft, dass ich mich als Frau so wunderschön, zart und leicht fühle." Na endlich. Darauf kommt es doch an.

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