Süddeutsche Zeitung

Untersuchung zum Tod von Pablo Neruda:Wie starb Pablo Neruda?

Neue Untersuchungen erhärten den Verdacht, dass der Nobelpreisträger vergiftet worden sein könnte, beweisen aber nichts.

Bis heute sind die mysteriösen Umstände des 1973 gestorbenen chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda nicht geklärt. Offiziell starb er an Krebs, allerdings bestehen an der Version Zweifel. Seit Jahren steht die Theorie im Raum, dass Neruda im Krankenhaus vergiftet wurde. Nun liegt ein neuer Bericht von forensischen Wissenschaftlern vor, der chilenischen Medien zufolge jetzt an die auf Menschenrechtsverbrechen spezialisierten Richterin in Santiago de Chile, Paola Plaza, übergeben wurde. Über den Inhalt wurde offiziell noch nichts veröffentlicht, die New York Times aber gibt an, bereits eine einseitige Zusammenfassung des Berichts vorliegen zu haben.

Darin bestätigten die Wissenschaftler laut New York Times, dass sich Bakterien in Nerudas Körper befanden, als er starb. Allerdings lasse sich nicht unterscheiden, ob es sich dabei um einen toxischen Bakterienstamm handele, ob Neruda diese injiziert bekommen hatte oder ob er kontaminierte Lebensmittel gegessen hatte. Ein Beweis für eine vorsätzliche Vergiftung durch Dritte dürfte auch das also nicht sein. Nerudas Leiche wurde schon im Jahr 2013 exhumiert, nachdem der ehemalige Chauffeur und Freund des Dichters, Manuel Araya, ausgesagt hatte, Neruda hätte seiner Frau in einem Telefonat kurz vor seinem Tod gesagt, dass ein Arzt ihm im Schlaf eine Spritze gegeben habe. Schon 2015 hatten forensische Untersuchungen Hinweise auf eine mögliche Vergiftung mit Bakterien ergeben.

Pablo Neruda war Kommunist, ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende und hatte viele politische Gegner. Er starb am 23. September 1973 mit 69 Jahren in einem Krankenhaus in Santiago de Chile, nur wenige Tage nach dem Militärputsch von General Augusto Pinochet, der die Linksregierung "Unidad Popular" gestürzt und eine Diktatur errichtet hatte.

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