Süddeutsche Zeitung

Landshut:2,27 Euro Stundenlohn

Der Chef von zwei Chinarestaurants hat einen Koch über Monate hinweg mit einem Stundenlohn von 2,27 Euro ausgebeutet. Dafür habe der Mann mindestens 66 Stunden pro Woche arbeiten müssen, berichtete der Zoll am Freitag. Weil dem Gastronomen aus dem Kreis Augsburg Sozialversicherungsbetrug in 142 Fällen nachgewiesen werden konnte, wurde der 28-Jährige vom Landgericht Landshut zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und Schadenswiedergutmachung in Höhe von 165 000 Euro verurteilt. Nach den Zoll-Ermittlungen wurde dem Gastronomen, der in Erding und im Kreis Augsburg Restaurants betreibt, auch Schleusung und Menschenhandel vorgeworfen. Der Mann habe seine Angestellten mehr als drei Jahre lang nicht richtig bei der Sozialversicherung angemeldet. Der chinesische Koch, der für den Dumpinglohn arbeiten musste, konnte den Arbeitgeber nicht wechseln, weil seine Aufenthaltserlaubnis nur für die Betriebe des Angeklagten galt. Zudem hatte der Chef den Pass des Kochs einbehalten.

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SZ vom 16.07.2016 / dpa
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