Süddeutsche Zeitung

Abrams-Komplex:Polizei durchsucht Flüchtlingsunterkunft in Garmisch - Festnahmen

  • Zu dem Einsatz kam es, weil die die Zahl der Streitereien und Straftaten im Abrams-Komplex stark zugenommen haben.
  • Ein Brandbrief der Bürgermeisterin hatte vor vier Wochen für Aufsehen gesorgt.
  • 19 Migranten wurden vorläufig festgenommen, ermittelt wird wegen möglicherweise gefälschter Papiere und Betrugsverdacht.

Der Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen ist berüchtigt: Weil die Straftaten und Streitigkeiten unter den Bewohnern der oberbayerischen Flüchtlingsunterkunft in den vergangenen Wochen stark zugenommen haben, zeigte die Polizei mehr Präsenz. Doch der Einsatz am Montagnachmittag ging darüber hinaus: Fünf Stunden lang haben Dutzende Beamte von Kriminal- und Bereitschaftspolizei, Schleierfahndung und Ausländerbehörde die Unterkunft durchsucht - und am Ende 19 Menschen festgenommen.

Bei den meisten wurden einem Polizeibericht zufolge Identitätspapiere gefunden, die sie gar nicht besitzen dürften. Deshalb laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, wegen Betrugs und Sozialleistungsbetrug und möglichen Verstößen nach dem Asylverfahrensgesetz und dem Aufenthaltsgesetz. Umfangreiche Ermittlungen, insbesondere der Abgleich mit Behörden aus Nachbarländern, seien nun notwendig, um die vermuteten Verstöße aufzuklären. Auch das Ausländeramt stelle Nachforschungen bezüglich der sichergestellten Dokumente an.

Vor etwa vier Wochen hat der Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen international für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die Bürgermeisterin in einem Brandbrief über die Zustände in der Flüchtlingsunterkunft geklagt hatte, berichteten ausländische Medien, Garmisch stünde am Rande eines Bürgerkriegs.

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SZ.de/infu/sim
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