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Zootiere:Dicke Dickhäuter

Übergewichtig, gestresst und unfruchtbar: Elefanten im Zoo sterben wesentlich früher als ihre Artgenossen in freier Wildbahn.

Elefanten in europäischen Tierparks sterben erheblich früher als ihre freilebenden Artgenossen in Afrika und Asien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Fachjournal Science (Bd. 322, S.1649, 2008) veröffentlicht wurde. Die Gruppe um die britische Zoologin Ros Clubb von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals berücksichtigt 4500 weibliche Elefanten, da diese für das Überleben der Populationen besonders wichtig sind.

Elefanten im Zoo

Elefanten in europäischen Tierparks sterben erheblich früher als ihre freilebenden Artgenossen in Afrika und Asien.

(Foto: Foto: dpa)

Afrikanische Elefanten, die im Zoo zur Welt kommen, erreichen im Durchschnitt ein Alter von 16,9 Jahren. Bei Tieren aus dem kenianischen Amboseli-Nationalpark sind es hingegen 56 Jahre, wenn sie eines natürlichen Todes sterben. Wird auch der Tod durch Wilderei oder Unfälle berücksichtigt, sind es immerhin noch 35,9 Jahre.

Asiatische Elefanten leben in Gefangenschaft nur 18,9 Jahre, jedoch 41,7 Jahre, wenn sie in der Heimat als Arbeitstiere dienen. Bei Zoo-Elefanten verkürzten vor allem Umzüge zwischen Tierparks und die frühe Trennung von der Mutter das Leben. Die Tiere litten an Krankheiten wie Herpes oder Tuberkulose und seien häufig unfruchtbar. Mögliche Gründe dafür seien Fettsucht und Stress.

© SZ vom 12.12.2008/reb
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